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Amnistia!

Ultra-Red

Die musikalischen Polit-Aktivisten aus Los Angeles sind bereits im Jahre 2000 nach New York gereist und haben dort eine gewerkschaftlich organisierte Demonstration von Migranten aufgenommen, deren Anliegen aufgrund der Folgen des 11.09.2001 an Dringlichkeit nur zugenommen haben. Seither haben sich n
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Die musikalischen Polit-Aktivisten aus Los Angeles sind bereits im Jahre 2000 nach New York gereist und haben dort eine gewerkschaftlich organisierte Demonstration von Migranten aufgenommen, deren Anliegen aufgrund der Folgen des 11.09.2001 an Dringlichkeit nur zugenommen haben. Seither haben sich nicht nur die Rechte und die ökonomische Situation von in den USA beschäftigten Migranten verschlechtert, hinzugekommen ist eine restriktive Einwanderungspolitik, die sich mit der deutschen »Das Boot ist voll«-Mentalität vergleichen lässt. Ultra-Red haben Ausschnitte aus während der Demonstration gehaltenen Reden gesampelt und mit Beats unterlegt. Von ihren frühen Klangcollagen immer mehr abrückend, ist dabei minimalistischer, spröder Agit-House entstanden, der allerdings ein wenig darunter leidet, dass die musikalischen und agitatorischen Momente eher heterogen nebeneinanderher laufen. Weder ist die Musik packend, groovy oder suggestiv genug, um den politischen Inhalt auf emotionaler Ebene zu verstärken, noch sind die Textausschnitte einprägsam genug, um auch ohne die Musik bestehen zu können. Wo es Bob Ostertag auf einigen seiner Platten gelungen ist, konkretes Ausgangsmaterial so zu sampeln, dass die Dringlichkeit zum politischen Handeln bereits aus den Sounds heraus vernehmbar war, vertrauen Ultra-Red inzwischen zu sehr auf eine sich über den Kontext ergebende Verbindlichkeit, geben sich musikalisch allerdings zu wenig Mühe.