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Festivaltipp: Wie finde ich bloß mein Zelt wieder?

Überleben auf Hurricane und Co.

Stand der VW-Bus mit den besoffenen Norwegern da vorhin auch schon? Und kann sich jemand an diesen Tümpel hier erinnern? Scheiße, wo ist das Zelt?!
Geschrieben am
Die Problematik ist so alt wie Woodstock: Die letzte Band des Abends ist durch und der benachbarte Zeltplatz verheißt köstliches warmes Bier, Kekse mit Lippenbalsam und sicher eine Liebste, die schon im warmen Schlafsack schlummert. Also wie war das noch? C2 am roten Parkplatz oder doch B3 am gelben? Stand der VW-Bus mit den besoffenen Norwegern da vorhin auch schon? Und kann sich jemand an diesen Tümpel hier erinnern? Scheiße, wo ist das Zelt?! So was muss man doch eigentlich auch auf die altmodische Tour im Seefahrer-style lösen können, dachten wir uns und haben präventiv bei der Wilhelm-Foerster-Sternwarte in Berlin nachgefragt.

Wie ist das, kann man sich tatsächlich an den Sternen orientieren, wenn man nicht mehr weiß, wo man sein Zelt aufgeschlagen hat und es nachts wiederfinden muss?
Im Prinzip schon. Bei klarem Wetter ist es nachts immer möglich, den Polarstern zu finden und so zumindest schon mal die Himmelsrichtung zu bestimmen.

Aber verändert sich der Sternenhimmel nicht im Laufe der Nacht?
Der Polarstern nicht. Der Polarstern ist quasi die Verlängerung unserer eigenen Drehachse im Weltall, deswegen scheint er immer festzustehen, und der Rest der Sterne scheint sich um den Polarstern herum zu drehen.

Das heißt, wenn man den Polarstern am frühen Abend irgendwo ausgemacht hat, geht man später einfach in die entgegengesetzte Richtung und man ist irgendwann wieder am Zelt?
Naja, zumindest geht man dann die erste Zeit ungefähr in die richtige Richtung.

Woran erkennt man den Polarstern? Ist das der besonders helle?
Nein. Der Polarstern ist der letzte Stern im kleinen Wagen. Den erreichen Sie, wenn Sie sich die Linie zwischen den beiden hinteren Sternen des großen Wagens ungefähr fünfmal fortgesetzt denken. Der große Wagen steht mal höher und mal tiefer am Himmel, aber er ist immer zu sehen, zu jeder Jahreszeit und auch die ganze Nacht hindurch. Um Ihr Zelt zu finden, bräuchten Sie allerdings zusätzlich zum Polarstern noch einen Sextanten, eine Uhr und die genauen Koordinaten des Zeltes, die man sich natürlich vorher notieren muss. Und abgesehen davon, dass man seinen Sextanten wahrscheinlich nicht so gerne mit aufs Festivalgelände nehmen würde, ist der Umgang damit auch nicht gerade einfach.
Der Sternenhimmel alleine ist also nicht besonders hilfreich?
Nein. Ich denke mal, der Aufwand anhand des Sternenhimmels die Position seines Zeltes zu bestimmen, wird auch mit Sextant und Uhr so groß sein, dass man genauso gut eine halbe Stunde suchen kann. Das Problem ist auch: Was machen Sie, wenn Sie die Sterne nicht sehen können? Denn bei 240 Wolkentagen in Deutschland ist die Wahrscheinlichkeit nämlich recht groß, dass Sie in der Nacht überhaupt nichts sehen.

Schade. Aber danke für die Auskunft...
Ansonsten gibt es doch auch diese wunderschönen Funkchips, die ich Ihnen empfehlen würde.

Sie meinen GPS?
Nein, GPS hilft Ihnen nicht, das ist nicht genau genug, wenn Sie es nicht gerade militärisch nutzen. Für die zivile Nutzung sind die absichtlich nicht so exakt eingestellt, wie sie eigentlich sein könnten, sondern bringen einen nur auf etwa fünf Meter ran. Und das könnte vor dem Zelt dann schon wieder Probleme geben, wenn da noch andere ähnlich aussehen.

Welche Funkchips meinen Sie denn?
Diese RFID-Funkchips, die man auch in Supermarktartikeln unterbringen kann, um festzustellen, wie viel man noch auf Lager hat. Die kann man praktisch überall einsetzen. Ich habe neulich gelesen, manche Leute wollen die sogar ihren toten Verwandten mit in den Sarg geben.

Ach du liebe Zeit! Wofür soll das denn gut sein?
Naja, damit man als Friedhofsbesucher etwas über die Leute im Grab erfährt. Das Alter, den Beruf, alles Mögliche eben, was die Angehörigen vorher gespeichert haben.

Unglaublich!
Ja. Nicht mal mehr im Tod hat man seine Ruhe. Bei Haustieren kann das aber schon wieder ganz praktisch sein. Die werden denen implantiert, damit man die wiederfinden kann, wenn die sich mal verlaufen. Und das wäre doch eigentlich auch was fürs Zelt.

Stimmt. Danke schön!

Mehr Festivaltipps gibt's unter www.intro.de/spezial/festivaltipps.