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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Two«

Anders / Fahrenkrog

Vom einstigen Lächerlichkeitsfaktor ist wenig geblieben: Das Album von Thomas Anders mit dem ehemaligen Nena-Keyboarder Jörn Uwe Fahrenkrog-Petersen ist der erwartete Middle-of-the-road-Pop-Standard.
Geschrieben am

Der in »Two« vollzogene Zusammenschluss von Modern-Talking-Sänger Thomas Anders und Musikproduzent Jörn Uwe Fahrenkrog-Petersen wirkt zunächst wie das Wundenlecken zweier deutscher Popverlierer. Der eine schien sich nie aus dem Schatten von Dieter Bohlen spielen zu können, den anderen kennen die Jüngeren zu seinem Pech nur aus dem YouTube-Video »Gründe gegen Kokain Vol. 1«. Dabei ist ihr gemeinsames Album keineswegs die potenzielle Lachnummer. Eher eine inhaltlich belanglose, auf Zeichenebene aber gefährliche Erinnerung daran, wie nah der vermeintlich coole Pop-Zeitgeist aktuell am Schrott gebaut ist. Wie sehr die Bewahrung dessen, was Musikfans für popkulturelle Distinktion halten, mittlerweile ein Kampf um Millimeter geworden ist.

Warum sollte dieses Album Hipster auch nicht erschüttern? Denn wem, wenn nicht Anders / Fahrenkrog, gebührt das Recht, sich als legitime Übersetzer des 80er-Sounds in die Jetztzeit zu inszenieren? Entsprechend konsequent wirft die Produktion der zwölf Stücke mit Vocoder, Oktavbass und (zeitgemäßeren) Sidechaining-Effekten um sich. Eine bessere Plastik-Pop-Produktion als jene, die zuletzt die im Autoscooter festgeklebte Lady Gaga bekam, gelang so offenbar im Schlaf. Inhaltlich zelebriert der unangenehm gesättigte Pump-Pop bekannte Pop-Allgemeinplätze. Alle dabei, auch deine liebsten Vers-Freunde »No more tears on the dancefloor« und »I say black / You say white«. Diese Platte ist so dermaßen middle of the road, dass der Gegenverkehr sicher umgeleitet wurde. Konflikte? Spannungsbögen? Fehlanzeige. Aber eben auch keine Möglichkeit für arrogante Überheblichkeiten. Anders / Fahrenkrog machen letzten Endes einfach nur eine Art Musik.