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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Caer«

Twin Shadow

Twin Shadow sieht das Patriarchat auseinanderfallen und lässt sich deshalb auf seinem vierten Album von einem androgynen und atypischen Mann inspirieren: Prince.

Geschrieben am

Allein schon »Bombs Away«, der erste Song auf »Caer«, ist in seiner Dramatik und seinem Pathos sehr von Prince inspiriert. Und dessen lila Faden zieht sich durch das ganze Album: Sowohl stimmlich als auch durch seinen Stakkato-(Sprech-)Stil erinnert Twin Shadows »Caer« (spanisch für »sich fallen lassen«) sehr an den großen, 2016 verstorbenen Pop-Innovatoren. Weil Prince auch für seine vielen Kollaborationen mit Musikerinnen bekannt war, finden sich auf »Caer« gleich mehrere Zusammenarbeiten mit Frauen: Auf den Songs »Brace« und »Sympathy« wirkt die Soulsängerin Rainsford mit, der Track »Saturdays« ist ein Duett mit den Softrock-Schwestern Haim.

Der Samstag ist für Twin Shadow dabei als Metapher für einen Seelenzustand zu sehen: An diesem Tag werden die Risse in den Gefühlen, in der Liebe und im Alltag sichtbar. Musikalisch fängt er diese Emotionen in minimalen und zarten Kompositionen ein, die auf Samples, Pianos und elektronischen Spielereien aufgebaut sind. Mit Bruchstellen im Leben und deren Wiederherstellung kennt sich der Synthie-Pop-Musiker aus, 2015 verunglückte sein Tour-Bus, und einige Crew-Mitglieder wurden schwer verletzt. Auch Twin Shadow selbst musste seine Hand chirurgisch rekonstruieren lassen. In diesem Sinn ist »Caer« auch als Wiederaufbau und Erneuerung zu sehen – oder auch als Geburt, womit wir wieder bei den Frauen wären.

Twin Shadow

Caer

Release: 27.04.2018

℗ 2018 Reprise Records