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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Lost Property«

Turin Brakes

Einfach immer so weiterzumachen wie bisher kann man sich nur erlauben, wenn man wirklich gut ist. Ein bisschen mehr Selbstzweifel stünde dem lässigen Gitarrenrock der Turin Brakes durchaus gut zu Gesicht, »Lost Property« wird aber noch einmal durchgewinkt.
Geschrieben am
Auch auf ihrem siebten Album wirken Turin Brakes nicht so, als hätten sie ihren Hörern bislang Wesentliches vorenthalten. Das Londoner Duo hatte nach seinem Debüt »The Optimist LP« von 1999 die Lautstärkeregler mal nach links, mal nach rechts gedreht, wuchs zum Quintett und schrumpfte zum Quartett, blieb aber im Kern das, was man im Song »Martini« noch einmal zu hören kriegt: Sie sind als kleinster gemeinsamer Nenner Olly Knights’ helle, meckernde Stimme und Gale Paridjanians Slide-Gitarre. Der Rest der Platte ist opulenter, aber mit guten Einfällen: Dynamik, Tempowechsel, sachte Disharmonien. Nichts nie Dagewesenes, trotzdem ist »Lost Property« ein kurzweiliges Album. Das konnte man von früheren Platten der Band leider nicht immer behaupten. Knights und Paridjanian paaren ein weiteres Mal amerikanische Highway-Sehnsucht mit streetsmarter britischer Turnschuhhaftigkeit. Damit kommen Turin Brakes Ryan Adams sozusagen aus der anderen Richtung entgegen – der breitbeinig schrammelnde Countryfolk-Song »Rome« hätte jedenfalls auch von dem Taylor-Swift-Fan stammen können. Natürlich hätte es diese Platte nicht gebraucht. Aber wo sie schon mal da ist, darf sie gerne bleiben.

Turin Brakes

Lost Property

Release: 29.01.2016

℗ 2016 Turin Brakes under exclusive licence to Cooking Vinyl Limited

Turin Brakes »Lost Property« (Cooking Vinyl / Indigo / VÖ 29.01.16)