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So war’s in Leipzig: Das Conne Island Manöver

Turbostaat live

Schweiß an der Decke des Eiskellers? Turbostaat interessieren die Leipziger Naturgesetze scheinbar nicht. Dass Tag der deutschen Einheit ist, passt dann irgendwie auch...
Geschrieben am

03.10.2013, Leipzig, Conne Island


Ich bin früh aufgestanden für das Konzert und es lohnt sich, denn so darf ich die wunderbare Vorband Love A sehen und neben dem Punkrock den Satz hören: »Wir spielen jetzt noch ein paar Lieder. Das Geschreie nach Turbostaat könnt ihr euch also gleich sparen«. Auch ohne diese sympathische aber bestimmte Ab.... Ansage müssten Love A keine Angst haben, von der Bühne geholt zu werden. Die Stimmung könnte weitaus schlechter sein im Publikum. Trotzdem wäre es ein netter Anblick gewesen, am Tag der Einheit 1000 Leute »Tuuuurbostaaaaat« brüllen zu sehen bzw. hören.
Die Husumer kommen etwa 45 Minuten später mit »Willenshalt« und der Begrüßung »Wir sind die Spacken aus dem Norden« auf die Bühne. Großer Jubel belohnt die Selbstironie. Der alternative Name des Conne Island - Eiskeller - ist da schon längst ad absurdum geführt, denn der erste Schweiß tropft bereits von der Decke. Die Fellmütze mit angenähten Koteletten, die Gitarrist Rotze Santos trägt, ist ein mehr als undankbares Modeaccessoire.

Schnell kristallisieren sich zwei Turbostaat-Generationen heraus: die mit den frischen T-Shirts wippen enthusiastisch mit. Die mit den abgerissenen T-Shirts mit Flamingo drauf fangen ohne große Umschweife mit dem Pogo an. Erstes Stagediven dann gleich beim zweiten Lied - »Snervt«. Die Setlist ist eine Mischung aus »Stadt der Angst« und dem »Island Manöver«. »Surt und Tyrann«  ist dabei und »Täufers Modell« auch.


Und spätestens bei »Sohnemann Heinz« sind beide Generationen im Gesang vereint. Da ist es eher eine rhetorische Geste, dass Jan das Mikro in die Menge hält und fragt, ob wir Bock auf Singen haben - denn wir haben. Und Jan wird einige Lieder später zur Zugabe zugeben, dass sie auch Bock haben und deshalb jetzt noch ein paar Lieder spielen. Überhaupt – die Zugaben: Als Band solltest Du ja mehr Ausdauer haben als das Publikum. Dieses Gesetz ist für Turbostaat heute Abend eine harte Prüfung. Dreimal müssen sie noch auf die Bühne kommen, was sich auf bestimmt sieben Lieder summiert. Irgendwie fällt es trotzdem kaum auf, dass sie draußen waren, weil sie sich nie lange bitten lassen und sofort wieder da sind. Immerhin, als sie nach »Fresendelf« wirklich endgültig verschwinden, ist »Stadt der Angst« zu 99 Prozent gespielt und der letzte Schweißtropfen von der Decke runter gekommen. Schade, dass morgen kein Feiertag ist. 

 

 

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