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Deutschpunk, Bildband und Söhne

Turbostaat

Dass Turbostaat letztlich mehr sind als das anachronistische Label »Deutschpunk« selbst, dürfte klar sein. Umso mehr freuen wir uns, dass sie sich für unser Spezial in stachelige Schale geschmissen haben. Als Bonus gibt’s einen Fotoband in Aussicht und noch paar Worte Jungs zum Thema.
Geschrieben am

Deutschpunk das Buch: Tim Bruening trug Sorge für das aktuelle Titel-Shooting mit Turbostaat. Dass die Band dabei so selbstverständlich und locker posiert, liegt sicher auch daran, dass Tim die feinen Herren schon über den gesamten Albumprozess hinter der Kamera begleitet hat. Daraus soll nun ein Buchprojekt entstehen. Titel passenderweise: »Deutschpunk«.

»Es handelt sich um keine bloße Studiodokumentation, sondern vielmehr um einen sehr persönlichen Einblick in das Leben der Musiker. Gezeigt werden die alltäglichen Dinge Abseits der Studiokabine – die Band in intimen Momenten des Zusammenlebens. Ihre spielenden Kinder, gemeinsame Kochabende« so Tim selbst. Wann und wo das genau erscheint, ist noch nicht sicher. Parole: Demnächst! Informiert bleibt man unter: http://timbruening.com und www.stadtderangst.de

Sonst noch was? Na klar! Und zwar Statements von Turbostaats Tobert und Marten zum Thema Deutschpunk. Kampfbegriff, Dorftrottel, Superheld? Der Versuch einer Ehrenrettung. Diese exklusiven Zeilen findet ihr nur hier. Das restliche Interview mit der Band an dieser Stelle.

Deutschpunk das Statement

Marten: Ich habe mit Sänger Jan vor Turbostaat in einer richtigen Deutschpunkband gespielt, Exil, und zu der Zeit Mitte, Ende der Neunziger, haben wir eigentlich ausschließlich Deutschpunk gehört. Da waren viele auch auf dem Fat-Wreck-Zeug [US-Poppunk-Label von Fat Mike, NoFX], das hat mir aber nie gefallen, finde ich auch heute einfach nicht geil. An Deutschpunk mochte ich dagegen immer, dass er politisch war und sich auf mein Leben hier beziehen ließ – und ich empfinde ihn stilistisch auch nie als so vernagelt, wie sein Ruf ist. Denn da gibt es total viel zu entdecken – auch abseits von Bands wie Dritte Wahl. Das führt einen dann in die frühen Achtziger zum Beispiel nach Düsseldorf, wo ja der Deutschpunk im Dunstkreis vom Ratinger Hof auch viele Kunsteinflüsse zu verbuchen hatte. Es war unter dem Begriff einfach erstmal total viel möglich. Dass es dann spätestens ab den Neunziger zu seinem eigenen Klischee verkommen ist, ändert nichts an der Vielfalt, die es zu entdecken gibt. Wir haben uns immer Deutschpunk genannt, um zu zeigen, wir machen bei der Verkitschung des Genres nicht mit. Und man muss nicht so klingen, wie alle irgendwann dachten, so habe Deutschpunk jetzt ausschließlich und für immer zu klingen. Die Idee bei Turbostaat war, wir nennen das Deutschpunk und machen dann, was wir für richtig halten.