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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Stadt der Angst

Turbostaat

Der Winter ist vorbei. In Bezug auf »Stadt der Angst« eigentlich fast schade, denn das Album wäre ein geschmackvoller Soundtrack zum Holzhacken gewesen.
Geschrieben am

Oder gibt es bei Ihnen eine Zentralheizung? Wie dem auch sei, im Gegensatz zu den meisten anderen Sounds dieser Tage geht es hier nicht um feierwütige Frischerwachsene in der Großstadt, die gerade die aufwühlendste Zeit ihres Daseins erleben, weil sie sich auf irgendeinem Dachboden unter Alkoholeinfluss gegenseitig Sonnenbrillen aufsetzen.

Nein, hier geht es eher um deren verbitterte Verwandtschaft, die zu Hause in der Provinz austrocknet und mehr Gesundheits- oder Existenzprobleme als Facebook-Freunde hat. Turbostaat lehren abgrundtiefe Liebe und Hass aus ganzem Herzen. Gitarren, Becken, Hi-Hat- und Snare-Schläge halten dabei den altbekannten Turbostaat’schen Punkrock-Hagel aufrecht, der gnadenlos auf den Hörer einprasselt. Bassgitarre und Bassdrum bilden einen mächtigen Reißverschluss, der einem nach und nach eine viel zu enge Regenjacke auf dem Körper festzieht. Sänger Windmeier brüllt stärker und melodiöser als je zuvor, und auf all diejenigen, die immer noch über die vermeintlich zu kryptischen Texte meckern, defäkieren Turbostaat diesmal aus einem knochigen, aber dennoch amtlich durchbluteten Retrosound-Gesäß. Die Patriotenkapelle Frei.Wild bekommt im Song »Pestperle« übrigens auch ein paar Spritzer ab.

In drei Worten: Holzhacken / Punk / Retrosound