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Unwahrscheinliche Hits

Tune-Yards live in Köln

Ein Konzert das Mumble-Rap, Rave und Charts-Pop miteinander vereint, kann kein schlechtes sein! Tune-Yards zeigen im Gebäude 9, wie sich Hits anhören, die sich nicht wie Hits anhören wollen.

Geschrieben am

24.03.2018, Köln, Gebäude 9

Es geht ganz harmlos los: Die meisten Songs von Merrill Garbus’ und Nate Brenners Weirdo-Pop-Projekt Tune-Yards beginnen zumeist ganz behutsam mit Ukulele, Piano und dem unvermeidlichen Loop-Pedal. Nach ein bis zwei Minuten findet man sich dann aber wahlweise in einem Vorabendrave (»ABC 123«), bei einem Mumble-Rap-Gig (»Gangsta«) oder einem Chartspop-Konzert (»Coast To Coast«) wieder. Und in dieser Aufzählung fehlen noch zahlreiche weitere Einflüsse, von Afro-Pop über Folk bis hin zu Jazz.

Die wahllose, beziehungsweise besser vorbehaltlose Zusammenführung unterschiedlicher Genres, war schon immer ein Markenzeichen der Band um die zutiefst sympathische Merrill Garbus und ihren stoischen Bandpartner Nate Brenner am Bass. Auch das neue Album »I Can Feel You Creep Into My Private Life« mit seinem Avantgarde-Pop ist Zeuge davon. Was das Duo – live erweitert um Drummer Hamir Atwal – jedoch kann wie kaum eine andere Band, ist Hits zu komponieren, die sich niemals wie Hits anfühlen. Das wird vor allem im vollen Gebäude 9 deutlich, wenn das überaus gut gelaunte Publikum nach der Hälfte eines Songs wie »Bizness« mit verschobenen Loop-Schleifen und zusammengeschusterten Klangbausteinen plötzlich und unvermittelt die Arme in die Luft reißt.

Selbst wenn die ganz wilde Phase mit bemalten Gesichtern und Tänzern früherer Jahre abgeschlossen ist, sind diese unwahrscheinlichen Hits ein Grund warum das Bandkonzept – aufgebaut auf Looping-Pedal und Bass-Unterstützung – auch nach vier Alben und etlichen Touren noch nicht auserzählt ist. Und solange man auf einem Tune-Yards-Konzert so häufig nicht weiß wie einem geschieht, wie an diesem Abend, wird sich das glücklicherweise auch nicht ändern.

Tune-Yards

I can feel you creep into my private life

Release: 19.01.2018

℗ 2018 4AD

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