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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Was Helene Fischer und HGich. T gemeinsam haben

Trommelfeuer der Poesie

Wir haben massenweise Songtexte von Künstlern wie Marteria, Thees Uhlmann oder HGich. T durch ein literarisches Textanalyse-Tool gejagt, um ihre vermeintlichen Inspirationsquellen aufzudecken.
Geschrieben am

Kann sich eigentlich noch jemand an dieses gimmickhafte Textanalye-Tool »Ich schreibe wie« erinnern? Genau, jene Seite, die unzählige Blogger wahlweise dazu veranlasste, sich mit den goldenen Federn von Remarque, Fontane und Tolstoi zu schmücken, oder sich über den Vergleich zu Agatha Christie und Joanne K. Rowling zu empören. Letztere wird übrigens bei gefühlt jeder zweiten Texteingabe ausgeworfen, völlig egal ob man einen Songtext von HGich. T oder Helene Fischer eingibt. Das sagt natürlich bereits einiges über die Qualität dieser kleinen Spielerei aus, weswegen wir gleich eine ganze Reihe von Texten durch den Generator schießen mussten, um überhaupt mal eine Tendenz zu bekommen.

Die hochseriösen Forschungsergebnisse wollen wir euch natürlich trotzdem nicht vorenthalten, schließlich soll das Redaktions-Äffchen nicht umsonst tagelang mit Copy-Paste-Arbeiten beschäftigt worden sein.

 

Foto: Patrick Desbrosses

 

Marteria

Marteria darf mehr als jeder andere Testkandidat für sich beanspruchen, Joanne K. Rowlings aufgeräumten und zugänglichen Schreibstil in Songform kultiviert zu haben. Das hat hier jetzt vielleicht nicht unbedingt was mit kinderfreundlichkeit zu tun, dafür kann aber selbst der betrunkenste Abiturient den Refrain von »Kids« noch um 05:00 Uhr morgens textsicher zum Besten geben. Und Kinder gelten ja gemeinhin als kleine, betrunkene Erwachsene. Oder eben umgekehrt.

 

Auf der nächsten Seite: HGich. T und Friedrich Glauser

 

 

HGich. T
Okay, ausgerechnet die Texte von HGich. T führen jetzt schon zur ersten plausiblen Analyse? Und wer bringt nun all Harry-Potter-Fäkalien-Gags wieder Nachhause, die wir uns schon zurechtgelegt hatten? Nun gut, Friedrich Glauser wäre wohl geschmeichelt gewesen, immerhin hat der Schweizer Autor mindestens genauso so viel Wahnsinn durchlebt, wie in den Texten von HGich. T skandiert wird. Nur halt ohne RTL II, Goa und MPU.

 

Auf der nächsten Seite: Helene Fischer und Erich Maria Remarque

 

Foto: Sandra Ludewig/Universal Music GmbH

 

Helene Fischer
Unserer Titelheldin der April-Ausgabe soll eine ordentliche Textanalyse natürlich nicht verweht bleiben, wobei Songtitel wie »Feuer am Horizont« oder »Du triffst mitten ins Herz« mit Remarque im Geiste doch einen, nun ja, etwas unangenehmen Beigeschmack erhalten. Der nächste Bitte.

 

Auf der nächsten Seite: Egotronic und Stephen King

 

Foto: Johannes Büttner

 

Egotronic
Wer Egotronic schon immer ein bisschen gruselig fand, der darf sich an dieser Stelle höchstoffiziell bestätigt fühlen, denn laut unseres kleines Helferleins weisen die Texte von Torsun Burkhard eine gravierende Ähnlichkeit zu Stephen Kings Schreibstil auf. 

 

Auf der nächsten Seite: Olli Schulz und das Easter Egg

 

 

Olli Schulz
Bei Olli Schulz warf das System wie bei so vielen anderen Testkandidaten viel zu viele unterschiedliche Schriftsteller aus, als dass irgendeine Tendenz erkennbar gewesen wäre. Warum er hier dennoch aufgeführt wird? Weil wir mit seinem Text aus »Wenn es gut ist« eine Art Easter-Egg auf ich-schreibe-wie.de freigeschaltet haben, das Schulz’ Schreibstil mit dem eines »Internetforum Benutzers« vergleicht, statt ihm mit schillernden Namen wie Nietzsche, Mann oder Böll schmeicheln. Treffer!

 

Ich schreibe wie
Internetforum Benutzer

Das Forschungsprojekt von AnwaltMap - anwälte.  Ich schreibe wie...

 

Auf der nächsten Seite: Thees Uhlmann, Guy De Maupassants und Charles Darwin

 

 

Thees Uhlmann
Thees Uhlmann ist unserer Analyse nach ein Chamäleon der Aufklärung, das Guy De Maupassants scharfe Beobachtungsgabe (Stichwort: Leichende Lachse) ebenso beherrscht wie Darwins wissenschaftliche Präzision (Stichwort: Leichende Lachse). 

 

Auf der nächsten Seite: Tocotronic und dein Germanistik-Professor

 

 

Tocotronic
Tocotronics Testergebnisse lesen sich in etwa wie das Bücherregal deines Germanistik-Professors, was allerdings weniger am eigentlichen Schreibstil von Dirk von Lowtzow liegen dürfte, sondern viel mehr an den blinden Flecken unseres Werkzeuges. Aber hey, war Goethe nicht auch so was wie der Poststrukturalist der Sturm-und-Drang-Ära?