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Tricolore

Joanna Newsom

"Have One On Me" ist ein Dreifach-Album geworden und trotzt der Behauptung, dass die Zeit der Alben längst vorbei sei.
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Während "Ys" durch opulente Arrangements bestach, ist es nun die Menge, mit der Joanna Newsom von sich reden macht: "Have One On Me" ist ein Dreifach-Album geworden und trotzt der Behauptung, dass die Zeit der Alben längst vorbei sei.

Ist das Dreifach-Album eine Reaktion auf die iPod-Mentalität? Hattest du dabei spezielle Vorbilder im Sinn?
Ich glaube, mein Label würde es gerne als eine solche Gegenreaktion sehen. Für mich selbst hat es sich einfach so ergeben. Beim Musizieren denke ich nicht daran, ob meine Musik ein Statement für oder gegen etwas sein kann. Ich hatte einfach zu viele neue Songs. Was Vorbilder angeht, bin ich ein ziemlich ignoranter Mensch. Das einzige Dreifach-Album, das ich kenne, ist von George Harrison. Und das ist eine Referenz, mit der ich sehr gut leben kann.

Die Zusammenarbeit mit Van Dyke Parks war wichtig für "Ys". Warst du bei "Have One On Me" nun eher auf dich alleine gestellt?
Oh nein, es klingt nur anders. Denn die Arrangements von Van Dyke Parks basierten auf Noten, die ich ihm geschickt hatte und die wir lange diskutiert haben. Das war ein Prozess, der sich über Monate hinzog. Auf der neuen Platte habe ich nun mit Ryan Francesconi zusammen gearbeitet, mit dem ich schon intensiv auf Tour war. Dadurch ist alles viel spontaner gewesen, wir mussten nicht viel diskutieren, da Ryan meinen Geschmack kennt. Das meiste ist diesmal ohne Worte entstanden, rein intuitiv. Auch bei der neuen Platte waren viele wichtige Leute involviert, Jim O'Rourke hat sie zum Beispiel abgemischt. Trotzdem ist es meine erste Platte, von der ich sagen kann, dass ich sie selbst produziert habe, bislang war ich immer nur Ko-Produzentin. Insofern ist es sicher mein persönlichstes Album.

Hat der Erfolg seit "Ys" deinen Alltag verändert?
Ehrlich gesagt gar nicht. Ich fühle mich noch immer nicht etabliert oder irgendwo angekommen. Ich habe immer noch Angst vor der Zukunft und davor, dass ich irgendwann keine Musik mehr machen kann. Für mein Empfinden stehe ich noch ganz am Anfang.