×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Trentemøller - "Live In Concert EP", Diverse - "Onur Özer"

Diverse

Wer, wenn nicht er? Anders Trentemøller hat schon so einige 70er-Jahre-Standards in die elektronische Musik gebracht, die kaum jemand auf dem Zettel hatte
Geschrieben am
Wer, wenn nicht er? Anders Trentemøller hat schon so einige 70er-Jahre-Standards in die elektronische Musik gebracht, die kaum jemand auf dem Zettel hatte: Artrock-Bombast mit Synthesizern und Drumcomputern, komplexe Arrangements und Virtuosität.

Unter seinen Händen wurde Tanzmusik zu einer hochdramatischen Trip-House-Oper. Weg vom ständigen Pendeln zwischen dem nächsten Remixauftrag und Wochenendgigs änderte Trentemøller auch die Taktung im Leben eines Elektronikmusikers. Die tickt jetzt im Rhythmus des Rock'n'Roll: Album, Tour, Studio. Und irgendwann dazwischen ein Live-Zuckerl für die Fans.

Bei Trentemøller ist nun also das Uralt-Rockformat schlechthin an der Reihe, zuletzt auch von Daft Punk oder in DVD-Form von Booka Shade bemüht. Trentemøller macht daraus mit vier Stücken, die beim dänischen Roskilde Festival 2007 aufgezeichnet wurden, ein Heimspiel vor zehntausenden Fans. Deren Begeisterung ist auf der "Live In Concert EP" pausenlos zu hören. Analog zum Sitcom-Effekt mit Lachern aus der Konserve entfalten diese Sound-Epen so ihre volle Wirkungsmacht. Das ständige Jubeln und Kreischen des Publikums reißt mit und macht in jeder Situation Laune und/oder Gänsehaut.

Wie man kollektive "Arme in die Luft"-Erlebnisse im Club auf Tonträger bannt, ist hingegen noch nicht ganz erforscht. Vorläufig behilft man sich mit Mix-CDs. Ein Club, der etwas auf sich hält oder, sagen wir gleich: der sich Instanz nennen darf, führt heute auch ein eigenes Label, siehe das Berghain mit Ostgut Tonträgern, siehe Fabric in London mit seinen erfolgreichen DJ-Compilations. Nun ist auch das Berliner Watergate, berühmt für seine Lage direkt an der Spree, an der Reihe. Onur Özer darf nach seinem feingeistigen Minimal-Techno-Album vom letzten Jahr den Anfang machen. Dabei geht Özer die Sache so zart-versponnen an, dass man sich den ersten Watergate-Mix durchaus auch als angenehme Tagsüber-Beschallung am Flussufer vorstellen kann. Den passenden Sitcom-Effekt darf man sich dazudenken: eine pulsierende LED-Show, schwitzende Menschenleiber und Arme in die Luft.