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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Tourist In Your Own Town

Friday Night Hero

Eine Band mit absolut nicht zeitverhaftetem Sound. Schick, geschmeidig, rockig, schlau - an keiner Stelle bemüht oder zwangsgrell.
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Eine Band mit absolut nicht zeitverhaftetem Sound. Schick, geschmeidig, rockig, schlau - an keiner Stelle bemüht oder zwangsgrell.

Neue Bands aus England. Fluch vs. Segen, Verheißung vs. Übersättigung. Friday Night Hero aus London Schrägstrich Brighton lassen dabei endlich mal aufatmen in all der hektischen Hipsterhuberei. Eine Band mit absolut nicht zeitverhaftetem Sound. Schick, geschmeidig, rockig, schlau - an keiner Stelle bemüht oder zwangsgrell.

So was musste man doch echt schon lange mal wieder bringen. Ach, und überhaupt ...: Am besten fragt man sie selbst, woher das alles kommt und was sonst so geht.

Betrachtet man eure Platte, bemerkt man einen ziemlichen Link nach Deutschland. Wie kommt das für eine englische Band?
Alex: Ich habe zwar nie in Deutschland gelebt, aber meine Eltern sind beide Deutsche, und zum Verwandten-Besuchen war ich schon einige Male hier. Und da wir uns für ein deutsches Label entschieden, ergab sich natürlich auch ein deutsches Management, und schlussendlich nahmen wir auch die Platte bei euch auf. Für mich ist das toll, ich komme mit meinen Wurzeln in Kontakt - und den Lad-Kumpels meiner Band hat der Trip auch gefallen.

Ist der Titel des Albums eine Hommage an "At Home I Feel Like A Tourist" von Gang Of Four - oder wie seid ihr darauf gekommen?
A: Ich habe in Luxemburg gelebt, in Italien, Frankreich, England, bin aber wie gesagt eigentlich Deutsch, und bei diesen Voraussetzungen kann sicher jeder gut nachfühlen, worauf sich dieser Satz bezieht. Immer auch fremd, immer bisschen Tourist. Egal wo. Was ja nichts Schlechtes heißen muss.
Rich: Die Gang-Of-Four-Assoziation hatte ich noch gar nicht vor Augen. Aber trotzdem: gut gesehen! Ist also zwar nicht beabsichtigt, aber dennoch passend.

Bei eurer Platte fällt auf, dass sie erst mal gar nicht so Hype-verdächtig wirkt in Stil und Sound. Ganz schönes Alleinstellungsmerkmal für eine englische Rockband der Zeit. Seht ihr das ähnlich?
A: Ich kam Ende der Neunziger tatsächlich auch nach England, weil ich Bock auf die Musikszene hatte. Britpop war für mich die beste mögliche Welt. Heute habe ich aber in der Tat das Gefühl, es geht gar nicht mehr um die Qualität, sondern darum, ob eine Band total abgedreht ist - selbst wenn sie nur so tut. So viele richtig gute Bands bleiben so unentdeckt. Aber wir ziehen weiter unser Ding durch und werden uns sicher nicht der Norm beugen, nur um uns den Stempel "the next big thing" abzuholen.

Das Interview führte T.L. Renzsche