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No Hassle

Tosca

Was das denn? Eine pompöse Oper? Ein Billig-Parfüm? Nope: ein neues Album der Herren Dorfmeister und Huber, gemeinsam das kommerzielle Aushängeschild des sagenumwobenen, immer-noch-da-seienden Labels G-Stone.
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Was das denn? Eine pompöse Oper? Ein Billig-Parfüm? Nope: ein neues Album der Herren Dorfmeister und Huber, gemeinsam das kommerzielle Aushängeschild des sagenumwobenen, immer-noch-da-seienden Labels G-Stone.

Das Duo schwört hier und jetzt freiwillig seinem legendären Wien-Dub ab, um stattdessen vermehrt in ernsthaft ambiente Regionen ... sagen wir: abzudriften. Eine smarte Idee, die abzusehen war. Hatte doch schon dem vorletzten Tosca-Longplayer "Dehli 9" eine Extra-CD beigelegen, die zwei Handvoll von Hubers exquisit raumverhallten Piano-Soloimprovisationen enthielt ...

Nur mal so, weil's sich halt ausging. Überhaupt ist wohl genau das die Maxime der in Würde gealterten Toscaninis: weil's halt geht, weil's halt Spaß macht, weil's halt chillt. Und vor allem, weil man selbst es komplett leiwand findet. Also bloß keinen Stress bitte, auch und vor allem nicht in Sachen Kaffeehaus-Klischees. "Milchkaffee trinken ist medial nicht so verwertbar wie Penis piercen lassen", hatte Huber einst ironisch reflektiert, als man ihn zum wiederholten Male von Medienseite aus darauf hinwies, dass Downtempo-Electronica unter akutem Lounge-Verdacht echt völlig out sei. Die Lösung des Problems anderer Leute nun also: ein verspult-krautiger Ambient-Approach. Auch die üblich verdächtigen Vokalgäste bleiben diesmal alleine rauchend vor der Studiotür. Dorfmeister wirft ein entschleunigtes Conga-Loop an, lässt es sanft dahinpluckern, greift sich den Bass und geht in Loop-Mode. Huber seinerseits perlt ein bisschen unangestrengtes Klavier obendrüber und drum rum. Nur ab und an mal ein paar Sprachfetzen aus dem Sampler in die Echokammer und zack: fertig.