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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Spektakelzeit EP

Torstn Kauke's Superstolk

Torstn Kauke ist so etwas wie das Offenbacher Pendant zu Klaus Cornfield. Seit gefühlten Jahrhunderten in der hiesigen Indie-Szene umtriebig. Als Comic-Zeichner, Mitgründer der Künstlergruppe Kix, Musiker in diversen privat veröffentlichenden Bands oder auch als Solokünstler. Mir ist er das erste Ma
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Torstn Kauke ist so etwas wie das Offenbacher Pendant zu Klaus Cornfield. Seit gefühlten Jahrhunderten in der hiesigen Indie-Szene umtriebig. Als Comic-Zeichner, Mitgründer der Künstlergruppe Kix, Musiker in diversen privat veröffentlichenden Bands oder auch als Solokünstler. Mir ist er das erste Mal untergekommen Mitte der Neunziger in irgendeinem Fanzine. Damals nannte er sich noch Tvuzk. Seitdem verbinde ich Torstn Kauke immer mit dieser haartolligen verpennten Frisur, die er auf den Fotos so stolz trug. Der Bube hat sicherlich schon an Hunderten von Songs mitgewirkt. Dass der musikalische Erfolg dabei immer überschaubar war und die Plattenfirmen seine Haustüre nicht gerade eingetreten haben, erscheint da sekundär. Gerade hat er seine neue Solo-4-Track-CD “Spektakelzeit” verschickt, welche quasi den State of the Art 2006 beinhaltet. Das erste Lied ist gleich ein interaktives, denn das musikalische Gerüst des Titelsongs wird durch das einbezogene Livepublikum geliefert, dessen rhythmisches Klatschen den perkussiven Rahmen bildet und obendrein das einzig hörbare Instrument bleibt. Der Backgroundgesang kommt ebenfalls vom Publikum. “Yippiyippiyeah, es ist Spektakelzeit”, singt Torstn, und das Publikum antwortet leicht verzögert mit nur “Yippieh”, sodass sich ein interessanter Dopplereffekt ergibt. Das zweite Stück beginnt mit einem Oktavbass, der an die späteren Bum-Khun-Cha-Youth-Sachen erinnert, und ist der heimliche Hit dieser EP. Torstn Kauke schafft es wie nur wenige, Schrägheit an Melodie zu koppeln und damit der “Lo-Fi muss scheiße klingen und auch noch den Song kaputt machen”-Falle zu entgehen. Denn diese Songs sind zwar schräg, aber nicht schief. Bitte? Sie wollen ernsthaft wissen, ob man diese CD in naher Zukunft auch mal in einem richtigen CD-Laden kaufen kann? Sie haben ja wohl einen an der Waffel!