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Techno trifft HipHop

Too Hot Club

Kann man die Genres HipHop und Techno zusammenführen? Der Too Hot Club in Berlin versucht es zumindest und lud zum Gipfeltreffen.
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Der Too Hot Club mag vom Namen her zwar ein wenig nach Dorfdissen-
Veranstaltung klingen, bezeichnet aber eine Partyreihe, die durchaus das Berliner Nachtleben bereichern könnte. Ziel der Reihe ist es, die offiziell nicht gerade miteinander befreundeten Genres HipHop und Techno zusammenzubringen, vornehmlich mit Acts und DJs, die sich genau im Spannungsfeld dieser geschichtsträchtigen Musikrichtungen bewegen. "Der Too Hot Club ist ein Experiment", so die Veranstalter. "Eine Szene gibt’s für die musikalisch längst vollzogenene Fusion aus Electro und HipHop noch nicht, also gründen wir eine neue."

Ob das in dieser Form möglich ist, oder von den Protagonisten überhaupt gewünscht wird, wurde kürzlich im Rahmen eines Gipfeltreffens im Berliner Admiralspalast diskutiert. Die bekanntesten Vertreter waren sicherlich DJ Craft und Maxim von K.I.Z auf HipHop-Seite und Westbam als Techno-Repräsentant. Künstler wie Laing, Das Amt, Die Garridos, Shokkaboy, Tanith und Serk komplettierten die Runde, die von Too Hot-Gründer Jürgen Laarman moderiert wurde.

Beim sehr kurzweiligen Gespräch wurden dann allerdings nur wenige tiefschürfende Erkenntnisse hervorgebracht. Man wolle ja gar nicht, dass beide Kulturen zusammenschmelzen, eine gemeinsame Partyreihe sei aber eine Bereicherung. Überraschend war allerdings Westbam, dem man ja gerne einen gewissen Irrsinn nachsagt. Er spielte gleich mehrfach sehr eloquent die Rolle des Opas am Kamin, der der jungen HipHop-Generation erstmal erklärte, dass Techno und HipHop einst näher zusammenlagen, als man heute gemeinhin so denkt. Zum musikalischen Zusammenschmelzen beider Stile gestand er ein: "Bei Techno hat ja immer ein wenig der Text gefehlt." K.I.Z.-MC Maxim stellte fest: "Ihr hattet ja immer die schöneren Frauen." Er sah eine Annäherung vor allem im Drogengebrauch: "Das Zudröhnen gibt’s ja jetzt auch immer mehr im HipHop." Musikalisch hole man sich aus dem Techno, "eben das, was man braucht."

Es kam also nicht zur konstituierenden Versammlung einer neuen Gattung namens ElectroHop oder dergleichen. Ob die Partyreihe gelingt, wird sich am 29.11. im Pulp Mansion in der alten Backfabrik in Berlin zeigen. Bei der Premiere treten unter anderem Jake The Rapper, She-Raw, Das Amt und Laing auf. Anfang Dezember erscheint dann auch der Too Hot-Sampler, der mit Acts wie Deichkind, K.I.Z., Jake The Rapper, Flowin Immo, Nachlader oder Saalschutz durchaus einige Hochkaräter vorzuweisen hat. Mehr Infos zu den Parties, den Künstlern und dem Sampler gibt es hier.

.: www.toohotclub.com :.