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The Devil’s Music

Tom Vek

Text: Werner Balzert (Goldie) Wenn man bedenkt, dass Tom Vek noch bis spät in die Nacht den Erfolg des letzten Konzerts seiner ausverkauften ersten Headliner-Tour in seiner Heimatstadt London gefeiert hat, dann macht er jetzt am frühen Nachmittag eines trostlos verregneten Freitags in Köln einen
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Text: Werner Balzert (Goldie)

Wenn man bedenkt, dass Tom Vek noch bis spät in die Nacht den Erfolg des letzten Konzerts seiner ausverkauften ersten Headliner-Tour in seiner Heimatstadt London gefeiert hat, dann macht er jetzt am frühen Nachmittag eines trostlos verregneten Freitags in Köln einen ausgesprochen ausgeschlafenen und entspannten Eindruck. Mit schicker Designer-Hornbrille und lässigem Jeans-Rock'n'Roll-Outfit entspricht der schmächtige Junge keineswegs dem manisch obsessiven Eindruck, den seine in tiefschwarzem Rhythm'n'Blues und schepperndem Electroniklärm geerdete Tanzmusik hinterlässt. Der smarte 23-Jährige hat nun, wo sein Debütalbum endlich erscheint, ein spannendes Jahr hinter sich gebracht und kann mit großen Hoffnungen in die Zukunft schauen. Im April letzten Jahres hat er die Produktion von "We Have Sound" für das winzige Indielabel Tummy Touch abgeschlossen, und schon rissen sich die Major-Companys um das britische "Jahrhunderttalent" und sein Album, das die unglaublichste Ansammlung neuer musikalischer Ideen seit Jahren enthält.

Das Rennen machte Island Records - doch als man ihm vorschlug, das in seines Vaters Garage in bescheidenem Homerecording-Verfahren eingespielte Album noch einmal neu und "amtlich" aufzunehmen, zeigte ihnen Tom Vek die kalte Schulter: "Ich bin sehr, sehr stolz auf diese Aufnahmen und fühle mich darin - so unperfekt und schräg sie auch daherkommen - vollkommen und wahrhaftig repräsentiert. Das bin ich - also warum sollte ich alles noch einmal ändern?" Island akzeptierte diese Haltung, in der sich letztlich Veks Entschlossenheit und künstlerische Stärke manifestiert, und das Vertrauen in den jungen Künstler wurde bisher belohnt durch den Erfolg der ersten Singles und das nun allmählich explodierende weltweite Medienecho auf ein Debüt, das ein veritabler Rockklassiker werden könnte.

Vek hat alle Instrumente selbst eingespielt und ganz traditionell auf Bandmaschine aufgenommen. "Ich schreibe, wenn ich aufnehme", skizziert er seine Arbeitsweise. "Ich sitze nicht mit der Gitarre auf der Bettkante und komponiere." Noch fühlt er sich mit seinen Songs im Studio eher zu Hause ("at home") als auf der Bühne. Nicht dass er es nicht genießt, mit seiner umwerfenden Band aus gleichaltrigen, schon lange befreundeten Musikern zu spielen, aber für sich "unübertrefflich" hält er "die magische Erfahrung, den einmaligen Moment, wo die Ideen, der Song, die Grooves zum ersten Mal zu hören sind". Gegen diese "einmalige Erfahrung der Kreation" ist das Konzert für ihn "ein Prozess von Reproduktion, aber ein nicht weniger aufregender Genuss".

Sein Konzertdebüt in Deutschland wird beim diesjährigen Haldern Pop stattfinden - wo auch sonst? Danach wird man Tom Vek hierzulande bei einer ersten Tournee im September bewundern können.

Wir verlosen 3 'We Have Sound'-CD's sowie ein T-Shirt von Tom Vek. Zur Teilnahme an der Verlosung schickt einfach eine Mail mit dem Betreff 'Tom Vek' und eurem Wunschgewinn an verlosung@intro.de.