×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Bergen«

Tom Trago

House, der dich auf Daunen bettet und dir Sommernachtsträume ins Ohr flüstert: Dem Niederländer Tom Trago ging es bei seinem neuen Album offenbar um die Schönheit des Vertrauten.

Geschrieben am

Wenn im März die ersten wärmeren Tage das Ende des Winters einläuten, blühen die Menschen auf. Raus in die Wälder, hieß es früher. Heute geht’s in den urbanen Zentren Mitteleuropas vornehmlich ins Café, an irgendeine Ufer-Promenade oder in den nächstgelegenen Park. Das Fraktale der Natur vermischt sich hier mit den klaren Kanten bleicher Häuserfassaden, metallener Zweckmäßigkeit von Schienen bis Schildern – der Sommer durchflutet die Städte anders als das Land. Auf »Bergen« fängt Tom Trago den »Summer In The City« mit leichtfüßig groovendem House ein und landet mal Volltreffer, mal aber auch einfach nur Nu-Disco-Schablonen von alltäglicher Biederkeit.

Um dabei in einen Kopfnicker-Modus zu kommen, vermittelt Trago in beinahe jedem Track eine Konsequenz der genutzten Soundpalette. In Klangfarbe und Stil nehmen sich »The Creation Of Lalibela« und »The Interval Of Happiness« – zwei Highlights des Albums – beispielsweise recht wenig. Den Eurodisco-Sound in Kombination mit romantisierendem Ghettofunk gießt Trago aber derart spielerisch in verschiedene Förmchen, dass oft das Feeling eines Live-Sets entsteht. Eigentlich eine gute Nachricht, doch auch wenn man diesem Album von vorne bis hinten ganz unverdrossen zuhören kann, fehlen Gänsehautmomente, die das Hörerlebnis prägnant machen. »Bergen« ist schön wie Kölns Skyline am Abend – aber auch genauso nichtssagend.