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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Songs & Prayers

Tom Mega

Schwer zu sagen, warum der gebürtige Essener bei seinem fünften Solo-Album, live eingespielt im 'Gladhouse' (Cottbus), keinen Wert auf den Applaus legt. Aus ähnlichen Gründen scheint er sich aber, neben drei eigenen neuen Songs, auf Cover-Versionen (sieben) von DYLAN, JOHN CALE, JOE SOUTH sowie LEON
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Autor: intro.de

Schwer zu sagen, warum der gebürtige Essener bei seinem fünften Solo-Album, live eingespielt im 'Gladhouse' (Cottbus), keinen Wert auf den Applaus legt. Aus ähnlichen Gründen scheint er sich aber, neben drei eigenen neuen Songs, auf Cover-Versionen (sieben) von DYLAN, JOHN CALE, JOE SOUTH sowie LEONHARD COHEN zu konzentrieren. Besonders COHENs akustisch-poetische Geschichten 'Diamonds In The Mine' und 'Famous Blue Raincoat' zeigen, worin die Stärke des einstigen ME & THE HEAT-Frontmanns liegt. Der Name 'Mega' scheint Programm zu sein, da er an manchen Stellen wesentlich gründlicher die Abgründe der menschlichen Seelenwelt durchforscht als der amerikanische Autor von 'Schöne Verlierer'. Was sich seit seiner viel beachteten letzten englischsprachigen Platte 'Book Of Prayers' (1991) sowie dem Achtungserfolg 'Fremd' (1992 - mit deutschen Texten) geändert hat, liegt auf der Hand: Noch düsterer als zuvor wirken die 'Dreigroschenroman'-Szenen; noch jazziger ('Streets Of Lima') und konsequenter ist das Ambiente seiner Momentaufnahmen aus dem Leben eines Außenseiters. Vermischt mit Rock, Blues, Folk und Chanson-Charakter, hinterlassen sowohl die Interpretationen des Großstadt-Dichters als auch die eigenen Schöpfungen über eine kaputte Welt einen nachhaltigen Eindruck.