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»Tödliche Häppchen«: Meat Is Murder

So war der Tatort gestern

Wir blicken zurück auf den gestrigen Krimiabend: Peter Flore widmet sich montags immer dem neuesten »Tatort«.
Geschrieben am

Für Elke Schmitz (Berndadette Heerwagen) muss es sich bei den Begegnungen mit dem Ludwigshafener Verbrecherjägerduo anfühlen wie bei »Hase und Igel«: Überall, wo sie rumjoggt, sitzen Lena Odenthal und ihr Italian Stallion Mario Kopper schon genüsslich wartend auf der Parkbank oder versperren ihr den Weg durch den Wald. Und das ist beileibe noch nicht das Dümmste am Ludwigshafener Fall »Tödliche Häppchen«, der seinen Lauf an der Bratenstraße eines großen Schweineschlachtbetriebes nimmt, in dem ein Nachwuchs-Stromberg an seiner Vision von Vollverwertbarkeit bastelt. Immerhin, dessen Darsteller Johannes Zirner sorgt mit einem buchstäblich hohen »Haha«-Anteil in seinen Dialogen für einen der wenigen Lichtblicke. Dazwischen aber: Finstere Nacht. Und die ist wie immer da am tiefsten, wo das Drehbuch am seichtesten ist.

So zögert die Odenthal (wie immer tough bis moralinsauer verkörpert von Ulrike Folkerts) zwar auf Grund eines fehlenden Durchsuchungsbefehls vor der Wohnungsinspektion einer verdächtigen Person, was sie aber wiederum nicht davon abhält, ins Kühlhaus des Schlachthofes einzubrechen. In dem wiederum geht es anfangs zu wie im Frauenknast: Hier wird noch schön im bedrohlichen Halbkreis und mit verschränkten Armen gemobbt und weil die Drehbuchautoren Frauke Hunfeld und Josh Broecker offensichtlich gerade ihre Schablonen griffbereit hatten, kriegt die Fette in der Tanzschule Kröger auch mal wieder keinen Partner ab. That's Life! Wahrscheinlich hat sie auch auf Nogbook keine Freunde, die ermordete Steffi Pietsch aber schon, was ihr letztendlich zum Verhängnis wird: Bei soviel Followerpower und viralem Potenzial möchte ihr Mörder eben verhindern, dass die geheimen Videos von der illegalen Verwertung von Schlachtabfällen in dieses Internet geraten. Denn auch die Odenthal kann rechnen: 1000 Freunde, die das brisante Material sehen und es dann an jeweils 300 weitere Freunde schicken, ergeben 300.000 potenzielle Zeugen (und einen Haufen Spam). Das ist zwar noch weit unter den durchschnittlichen Einschaltquoten eines »Tatorts«, aber doch schon eine kritische Masse. Und weil Informationsverknappung auch jedem Nogbook-Nutzer gut tut, hier noch ein besonderer Service für alle, die sich die 90 Minuten zu recht sparen wollen, beim Montagmorgen-Bürokaffee aber trotzdem mitreden wollen:

Das war super: Hermanns: »Dann ess' ich eben nur die Beilagen...«. Kopper: »Welche Beilagen?«
Das war mies: Das Rumba-Verhör in der Tanzschule: Claudia Kröger und Mario Kopper im Zwiegespräch, schnell-schnell-langsam.

Nächsten Sonntag (08.01.) heißt es dann »Keine Polizei«, wenn die Althauer Ballauf und Schenk wieder zwischen zwei Kölsch ermitteln.

Den aktuellen »Tatort« kann man noch bis nächsten Sonntag in der ARD Mediathek anschauen, aus Jugendschutzgründen allerdings nur zwischen 20 und 6 Uhr.

»Will denn niemand was zum gestrigen Tatort schreiben?«:
Im Forum diskutieren Intro-User über vergangene und aktuelle Tatorte.

Alle Texte zum Thema »So war der Tatort gestern« unter
www.intro.de/spezial/sowardertatort.