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»Todesbilder«: Eine Hochzeit und drei Todesfälle

So war der Tatort gestern

Wir blicken zurück auf den gestrigen Krimiabend: Peter Flore widmet sich montags immer dem neuesten »Tatort«.
Geschrieben am

Im Leipziger »Tatort« treffen Welten aufeinander: Hier der ambitionierte Theaterschauspieler Martin Wuttke, dort Simone Thomalla, die Ex-Freundin von Rudi Assauer (karrieretechnisch immerhin schon eine Stufe höher als die Freundin von Rudi Assauer zu sein). Hier die sonore Stimme eines Mimen, der noch aus jedem »Wo waren sie gestern abend?« ein »Da steh' ich nun, ich armer Tor..« machen kann. Dort - wie gesagt: Die Ex-Freundin von Rudi Assauer. Beim neuesten Leipziger Fall »Todesbilder« indes treffen noch zwei andere Welten aufeinander, nämlich die gerne bei der ARD bemühten Erzfeinde Polizei und Presse. Und als Zuschauer weiß man einfach nicht, was geiler dargestellt wird.

Wenn der Chefredakteur der Lokalzeitung mitten aus einer Redaktionskonferenz geholt wird, wie sie sich Helmut Markwort in seinen kühnsten Träumen nicht vorstellen könnte, dann können Verleger hierzulande aufatmen: Der Zeitungsbranche muss es prächtig gehen. An jedem Tatort steht ein renommierter Kriegsfotograf und jede Abiturientin bekommt ein Interview.

Bei der Polizei hingegen arbeiten offenbar nur Stümper, zumindest bei der Spurensicherung: Da wird ein Zigarettenstummel neben dem ermordeten Hochzeitspaar übersehen, herumliegendes Kamerazubehör eher zufällig gefunden und auch das Auto der ermordeten Tochter steht schon wenige Stunden nach der Tat wieder bei den konsternierten Eltern. Und was die Spusi kann, können die Kommissare schon lange: Die gute alte Befangenheit zählt auch nichts mehr, im Zweifel ermittelt man halt in völliger Ignoranz aller gängigen Regeln und Dienstwege. Was aber eben meistens zum Erfolg führt. Am Ende muss sich Eva Saalfeld an einen Ort begeben, der ihrer Darstellerin Simone Thomalla nur allzu bekannt sen dürfte: Unters Messer. Davor keift sich das ermittelnde Ex-Paar in schöner Regelmäßigkeit an wie ein altes Ehepaar, was vermutlich übertünchen soll, dass die Drehbuchschreiber wohl ursprünglich einen zweiten »Blow Up« im Kopf hatten, es am Ende aber doch wieder nur ein »Tatort« wurde.

In letzter Konsequenz bleibt für Martin Wuttke und Simone Thomalla eigentlich nur noch die Teilnahme am Dschungelcamp 2013. Zumindest für einen der beiden wäre das ein weiterer Sprung auf der Karriereleiter.

Das war super: »Ich muss gerade daran denken, dass das Schlimmste was mir passiert ist, mir das Leben gerettet hat.« - »Meinst Du mich?«
Das war mies: Der Chefredakteur der Lokalzeitung. »So, die Polizei will Infos... Wenn wir mal welche wollen, nimmt man's dann aber nicht so genau.« Hämisches Gelächter bei den Redakteuren.

Nächsten Sonntag (22.01.) ermitteln die geschassten Saarbrücker Kappl und Deininger zum letzten Mal in »Verschleppt«.

Den aktuellen »Tatort« kann man noch bis nächsten Sonntag in der ARD Mediathek anschauen, aus Jugendschutzgründen allerdings nur zwischen 20 und 6 Uhr.

»Will denn niemand was zum gestrigen Tatort schreiben?«:
Im Forum diskutieren Intro-User über vergangene und aktuelle Tatorte.

Alle Texte zum Thema »So war der Tatort gestern« unter
www.intro.de/spezial/sowardertatort.