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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Verschwör dich gegen dich – und deine Wunden öffnen sich!

Tocotronic

Ihr neues Album heißt “Kapitulation” und klingt auch wie die luzideste Feier einer Kapitulation ever. Ein Album zum Schwachwerden übers Starkbleiben! Gleich zu Beginn reißt einen “Mein Ruin” in ein glamouröses Kapitulations-Stakkato, aus dem man nach zwölf Songs erfrischt und mit Mumm in den Beinen,
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Ihr neues Album heißt “Kapitulation” und klingt auch wie die luzideste Feier einer Kapitulation ever. Ein Album zum Schwachwerden übers Starkbleiben! Gleich zu Beginn reißt einen “Mein Ruin” in ein glamouröses Kapitulations-Stakkato, aus dem man nach zwölf Songs erfrischt und mit Mumm in den Beinen, seltsam gut gelaunt, wehrlos und mit heilenden Wunden wieder hervorkriecht: “Mein Ruin, das ist zunächst etwas, das gewachsen ist, wie eine Welle, die mich trägt und mich dann unter sich begräbt.” Musik und Text wie ein Wasserfall Wahrheit! Entwaffnend, gitarrenstürmend. Nichtstun und Alles-Wollen als Neuanfang. Die Schöpfung des Harmonischen im hingebungsvoll nachsichtigen Selbst. Tocotronic in der Rolle einer in Schönheit scheiternden Diva.

Konzepte sind ja gerne gesehen im Tocotronic-Universum. Aber “Kapitulation” scheint uns das vielleicht risikofreudigste und auch künstlerisch ausdifferenzierteste Toco-Konzeptalbum zu sein.
Dirk von Lowtzow: Der Konzeptkunst waren wir immer affin, schon die ersten Jahre haben wir im Prinzip nichts anderes gemacht, als uns irgendwelche schrulligen Konzepte auszudenken. Das Wort “Konzeptalbum” ist aber meiner Meinung nach in letzter Zeit etwas in Verruf geraten.
Jan Müller (Bass): Weil das so schnell etwas Beliebiges haben kann: Man sucht sich ein Thema aus und beschäftigt sich dann gezwungenermaßen damit.
Wodurch “Konzeptkunst” zu Kleinkunst oder Seminararbeit wird?
J: Ja. Aber wenn der Dirk anfängt, die Texte zu schreiben, dann handeln die schon von etwas, was ihn wirklich beschäftigt – und was uns alle beschäftigt. Das ist dann nicht nur Konzept, das hat dann auch eine Dringlichkeit.
Wir dachten bei “Konzeptalbum” jetzt vom Prinzip her eher an Lou Reed, David Bowie, Björk oder so was. Der Ruin sozusagen als etwas, das wirklich gewachsen ist. Das heißt, du hast ein Thema oder Gefühl, das dich über längere Zeit beschäftigt. Das wirkt dann wie ein Konzept, aber eigentlich hat es sich einfach so ergeben?
D: Ja, genau. Man arbeitet ja auch nicht parallel an den 12, 13 Stücken, die man da geschrieben hat, sondern baut sie aufeinander auf. Im besten Fall merkt man dann, so unbewusst, dass es Parallelen gibt: zu anderen Stücken, die man gerade schreibt. Das finden wir dann aber gerade schön. Also im besten Sinne ergeben sich unter den Stücken so Verbindungen. Oder auch zu anderen Sachen, die man kennt und die das Netzwerk der Beziehungen darstellen, die einen beeinflussen.
Du schreibst also ein, zwei Songtexte und überlegst noch gar nicht weiter und machst einfach mal?
D: Also, beim neuen Album war das ganz speziell so. Das ist aus so einer Lust am Machen entstanden, und auch aus so einer Wut, die man im Ranzen hat. [Gelächter]
Die Wut, diese Wucht, hört man den Songs auch an. Es ist sowieso erstaunlich, wie man sofort mitbekommt, dass es live eingespielt wurde: trotz aller produktionstechnischen Raffinesse und Perfektion.
J: Es ist in gewisser Hinsicht viel schwieriger, ein Album live einzuspielen. Weil man die Stücke viel weniger zurechtbasteln kann.
Stand dieses große Wort “Kapitulation” von Anfang an fest? So nach dem Motto: Wow, wir feiern jetzt die Kapitulation? Lass uns mal über diesen Gestus reden.
D: Das war wie eine Erleuchtung oder wie so eine Epiphanie. Ich hatte die ersten drei Zeilen von “Mein Ruin” und dachte: Toll, das knallt so wahnsinnig rein! Aber es hat uns selbst auch sehr viel Angst gemacht. Weil es einem doch sehr den Boden unter den Füßen wegzieht. Es steht ja auch völlig im Widerspruch zum Optimismus, der im Moment bei den Leuten so angesagt ist.
Du meinst diesen optimistischen Willen zum Durchhalten, zur Selbst-Disziplinierung auch?
D: Genau. Und wir waren uns so wahnsinnig unschlüssig, fragten uns, kann man das machen oder nicht.
Versteh ich: Kapitulation hat etwas sehr Ambivalentes, aber das ist vielleicht auch das Gute daran.
D: Ja, und irgendwie hat sich das so langsam durchgefräst.
J: Es hat bei allen vieren von uns schon ein bisschen Zeit gebraucht, bis man “Kapitulation” immer schöner und das Konzept plötzlich beruhigend fand. Das Gute ist, dass Sachen, die ein bisschen länger brauchen, bis man sie erschließt, auch länger halten.
D: Ja, an denen hat man lang was. [lacht] Das Essen, das einem schwer im Magen hängt, da hab ich lang was davon. [Gelächter] Und dieser Begriff lag uns eben auch schwer im Magen am Anfang. Aber irgendwie, ich mein das völlig wertungsfrei, wussten wir auch, dass es große Kunst ist. Wir wussten nur noch nicht so richtig damit umzugehen. Weil es natürlich auch wahnsinnig gewagt ist, als Band – das mein ich jetzt auch völlig wertungsfrei – eine Platte “Kapitulation” zu nennen. In Anbetracht der Tatsache, dass die meisten Bands ihre Platten “Jetzt geht’s los!” oder was-weiß-ich-was nennen. Und das auch mit einem gewissen Recht.
Hat man Angst, dass so ein Titel sozusagen auf die Band zurückschlägt, zur self-fullfilling Prophecy wird?
J: Nee, ich hab da eine ganz andere Angst. Ich möchte nicht, dass etwas, das schön und wichtig ist, zu einer Marketing-Idee verkommt. Mir fällt das sehr oft bei Bands auf: Da gibt es eine Idee bei einer Platte, die wird dann breitgetreten und verkauft. Und die Idee dadurch ein bisschen getötet.
D: Wir wollten nicht, dass “Kapitulation” zu einer Marketingidee verkommt. Und wir somit wieder in die Nähe des Werbetexters geraten.
J: Das ist ja immer das Problem bei Popmusik.
D: Man will die Leute ja nicht belästigen. Aber man bewegt sich sowieso in einem Genre, wo Sloganhaftigkeit erwünscht ist. Wir haben ja mit den letzten zwei, drei Alben Sachen gemacht, die möglichst weit weg davon sind. Weil uns eben diese Nähe zum Werbetext so unglaublich deprimiert hat.
Der umgekehrte Effekt ist genau auch denkbar: Wenn man sich lange an einer Idee abarbeitet, wird man immer präziser. Und das hört man den Songs an: dass alles immer noch genauer dargestellt werden will. Und wenn so Sachen dann andauernd noch präziser werden, dann ist das ganz klar nicht Werbetext oder Zeitgeist-Ding, sondern wird erkennbar als große Kunst.
D: Ja, das ist tatsächlich etwas, was ich als Texter erst in der letzten Zeit gelernt habe: Präzision bringt etwas – eine Sichtweise, gegen die ich mich relativ lang gewehrt habe. Und die Texte sind tatsächlich sehr präzise, ich habe sehr lange daran herumgedoktert. Und diese Präzision, so mein Gefühl, hilft tatsächlich gegen die Vereinnahmung, die macht das alles hieb- und stichfest.
Die Songs kann man auch immer und immer wieder hören, die haben so etwas Hypnotisches. Weil die Stimme auch einfach wie ein weiteres Instrument daherkommt und total in der Musik drin ist.
D: Das ist uns wahnsinnig wichtig.
J: Das freut mich, wenn der Eindruck bei euch entstanden ist, weil das von uns gewünscht wäre. Unser Produzent Moses Schneider hat auch eine eigene Soundvision entwickelt, die sich, ähnlich wie die Texte, gegen den Zeitgeist wendet.
D: Wir haben sehr ungewöhnlich aufgenommen, mit einer Mikrofonierung, die eigentlich aus dem Klassikbereich kommt, wie man in den 60er-Jahren Sinfonien aufgenommen hat. Deshalb wirkt das alles so räumlich und groß, aber ohne überproduziert zu sein. Es ging gegen diese bestimmte deutschrocktypische Art von Produktion: Stimme total im Vordergrund; leicht penetrante komische Frequenzen – damit auch jeder alles mitbekommt. Die Leute sind viel zu fixiert auf das Verständnis einzelner Textinhalte. Mir ist es lieber, es erzeugt eine Hypnose als eine Verständlichkeit. “Mein Ruin” z. B. steht ja textlich in krassem Widerspruch zu der rockigen Musik. Der Text ist eher campy, so chansonesk: Der letzte Vorhang fällt, die Schminke läuft herunter, tropft aufs Yves-Saint-Laurent-Kleid. Das hat so was sehr campy Feminines, in dem rockigen Stück.
Tocotronic sind ja überhaupt sehr campy und exaltiert geworden.
D: Camp hat so was wahnsinnig Schönes, weil es halt so hübsch ist. Weil dadurch Sachen nicht so bierernst werden.
Dazu muss man mal sagen: Kapitulation, also Unterwerfung, ist eine eher weibliche Strategie. Die ja oft nicht ganz verkehrt ist. Ein hingebungsvoll offener Umgang mit sogenannten Schwächen lässt die Kommunikation ja oft flutschen, die Nachsicht mit den anderen und das Hadern mit eigener Individuation hat schon den einen oder anderen zur Erleuchtung gebracht. Und wenn “Harmonie eine Strategie” ist, wie du in einem Stück singst, dann lassen sich dadurch vielleicht sogar Zusammenbruch oder eigene Unzulänglichkeiten überwinden.
D: Schön, dass du das sagst, als Frau. Ich kann mir selbst natürlich nicht anmaßen, Kapitulation als weibliche Strategie zu behaupten. Aber genauso fühle ich es auch. So war das auch gedacht beim Machen. Es ist natürlich die anti-männliche Geste überhaupt, sich zu unterwerfen! Und gerade in der Rockmusik herrscht so ein beschissenes Machotum. Ich habe überhaupt das Gefühl, dass es diesbezüglich einen wahnsinnigen Backlash gibt. Dieses in letzter Zeit Selbstverständliche des Geschlechtsspezifischen: “Nur für Jungs” oder “Nur für Mädchen”. Irgendwo auf einem Kneipenklo habe ich letztens gelesen: “Es gibt mehr als nur zwei Geschlechter.” Da war ich so total gerührt und dachte: Mein Gott, Gott sei Dank. Weil es einfach so wahnsinnig hübsch irritierend ist, dass es mehr als zwei Geschlechter gibt. Und dieses Macho-Ding ist so total deprimierend!
J: Ich kann dem nur zustimmen. Wir finden das natürlich gut, gerade als Rockband mit all den sterbenslangweiligen Klischees, die da wie ein Rattenschwanz dranhängen, den Versuch zu unternehmen, die männliche Perspektive in Frage zu stellen oder für uns selbst schlichtweg nicht zu akzeptieren.
Das Tolle ist ja, dass ihr dieses Statement mit so einer total rockigen Wucht bringt.
D: “Kapitulation” ist natürlich auch eine Kampfansage gegen die ganze “Gschaftlhuberei”, die ganzen Bands sind alle über die Jahre so fleißig geworden: dieses ganze “Wir machen das und das” – als müssten sie eine Medaille gewinnen. Und dann immer dieses anbiedernde “unsere Fans dürfen wir natürlich auch nicht enttäuschen”. Mein Gott, Rockmusik war doch auch mal ein Beruf für Taugenichtse und arbeitsscheues Gesindel. Was soll denn dieser heilige Fleiß?
J: Ich brauche auch mal Zeit für Unfug. Zeit, Sachen zu machen, die irgendwie nicht wichtig sind für die Karriere. So entsteht dann auch wieder Schönes, was vielleicht weiterbringt.
D: Es gibt einfach einen starken, auch in den Medien Zeitgeist-lancierten anti-intellektualistischen Backlash. Die Leute kriegen halt eingetrichtert, alles muss ganz klar sein. Alles muss ganz authentisch sein. Und wann immer irgendwie was in Verdacht steht, komisch ambivalent zu sein, irgendwie eigenartiges Geschwurbsel, das wird dann total gedisst. Es nervt auch, wie schnell eine Band als total “verkopft” gilt.
Bei Romanen ist es ja auch so. Immer soll alles möglichst autobiografisch sein. In manchen Fällen ist das toll und sinnvoll, aber zur Regel erhoben ist es großer Quatsch.
D: Das ist so ein Widerspruch in sich. Weil Kunst doch auch bedeutet, dass man sich was ausdenkt. Ich meine, es ist vollkommen egal, ob Dostojewski – oder wer auch immer – alles, worüber er schreibt, selbst erlebt hat. Die Leute argumentieren, als hätte es so was wie “Susan Sontag against Interpretation” oder Roland Barthes, also eine moderne Herangehensweise an Texte, nie gegeben. Und die ist ja nun auch schon 30 Jahre alt: diese Erkenntnis, dass man eher mittels strukturaler Analyse oder so an Texte rangehen soll. Und nicht nur auf diese blödsinnige Art der interpretatorischen Ebene. Das ist halt einfach “grad net so g’schätzt”. [lacht]
Ist euer Misstrauen gegenüber einer authentischen Rezeption von Texten ein Grund, warum du gerade deine gesammelten Songtexte in einem Kunstbuch bei der Galerie Buchholz veröffentlicht hast?
D: Ich hatte ein paar Angebote von größeren Verlagshäusern. Aber ich fand es zu tautologisch, die Texte noch mal einfach so abzudrucken. Sie sind ja in den CD-Booklets sowieso schon veröffentlicht. Und es sind keine Gedichte, sondern Texte, die entstanden sind, um in Rockmusik zu passen. Dann kam bei einem Kölsch mit dem Galeristen Daniel Buchholz die Idee: Lass uns doch daraus ein Künstlerbuch machen. Dann haben die Künstler Sergej Jensen, Cosima von Bonin und Michael Krebber das Buch gestaltet und Reproduktionen von ihren Sachen eingeklebt. Die überlagern stellenweise die Songtexte.
J: Da entsteht ein Mehrwert. Das finde ich das Schöne daran. Dass man die Songtexte nicht so ordentlich aufgereiht in einem Bändchen hat, sondern dass sie wieder mit etwas verflochten sind, was nicht mit Musik zu tun hat. Wir alle interessieren uns ja zunehmend sehr für Kultur jenseits von Musik. Es klingt immer ein bisschen eitel, wenn man das sagt: aber Musik macht man schon selber, da muss man nicht jeden Tag zu Konzerten rennen. Ich finde es sehr interessant, Sachen auch mal bei einer Tasse Tee zu hinterfragen; nicht immer nur so “yeah!”.
D: Du hast ja ein eher analytisches Verhältnis zu so was.
J: Ja, gefällt mir gut.
D: Wobei meine Form des Interdisziplinären eine totale Fan-Haltung ist! Das ist ja wirklich ein Glück, dass man mit so vielen interessanten Leuten zusammenkommt, Schriftstellern, Künstlern usw. Wenn man halbwegs porös ist, beeinflusst einen das natürlich. Man kann von jemandem wie Michael Krebber wahnsinnig viel lernen!
Ihr spielt nun schon seit 14 Jahren zusammen, und man hat das Gefühl, dass ihr euch immer noch viel zu sagen habt und bei jeder Platte wieder Neues aus euch rausholt und auslotet.
J: Darüber sind wir manchmal selbst überrascht. Wir thematisieren Band-Hierarchien, und die verändern sich auch. Wenn jeder immer dieselben Aufgaben hätte, das wäre ja langweilig. Die Sachen müssen sich bewegen.



Rick McPhail

Top 3 Partysongs

Black Flag “TV Party”
B-52’s “Party Out Of Bounds”
Eddie Murphy “Party All The Time”

Last Birthday Party
Hab die letzten Jahre keine gefeiert. Ich glaube, die letzte war hier in Hamburg, während wir die “Pure Vernunft”-Overdubs im Soundgarden gemacht haben. Es war abends im Eldorado. Viele gute Freunde, viele schöne Geschenke und viel Bier. Dieses Jahr spielen an dem Tag Sonic Youth in Berlin ihr “Daydream Nation”-Album, ich hab schon ein Ticket. Das wird herrlich.

Best/Worst Party
Ich mag eigentlich gar keine Partys mehr, außer vielleicht Dinner-Partys oder Political Partys. Deswegen auch eher jetzt Lieder zum Thema. Ob man dazu gut feiern kann, frag mich nicht, probiere es selbst. Die besten Partys für mich sind immer Motto-Partys, oder früher Halloween-Partys, dann muss ich nicht ich selbst sein, weil ich persönlich Partys nicht mag, aber als jemand anders geht’s oft. Letztes Jahr Silvester war am schlimmsten. Nein, Silvester ist immer am schlimmsten. Weg mit Silvester!

Arne Zank

Top 3 Partysongs
Barbra Streisand “My Funny Valentine”
DJ Pierre “Take It Up”
Bruce Springsteen “Growing Up”

Last Birthday Party
Als gesegnetes Glückskind hab ich jedes verdammte Jahr im Hochsommer Geburtstag, und alle Freunde sind gerade im Urlaub. Mit den Daheimgebliebenen habe ich in einem gemütlichen Biergarten in aller Seelenruhe “hineingefeiert”. An den nächsten Tag kann ich mich beim besten Willen nicht mehr erinnern.

Best/Worst Party
Jede Party war wunderschön!

Dirk von Lowtzow

Top 3 Partysongs
DJ Pierre “Generate Power”
DJ Pierre “Music”
DJ Pierre “Mind Bomb”
Das ist die schönste Musik der Welt, jede Feier wird ein Knaller mit der wunderbaren Musik von DJ Pierre.

Last Birthday Party
Meine letzte Geburtstagsparty fand noch in den Neunzigerjahren statt. Dummerweise habe ich aber an dieses Jahrzehnt keine Erinnerungen mehr.

Best/Worst Party
Das fällt bei mir zusammen: Es war einer der letzten Abende im legendären Heinz Karmers Tanzcafé: Der Besitzer Oliver Hörr markierte den DJ, was darin bestand, “Song 2” von Blur einfach wieder und wieder zu spielen, an die hundert Mal. Dazu vollführten wir, die übrig gebliebenen zehn Gäste, “Stagediving” vom Tresen. Ich selbst steigerte mich in einen besonderen Ehrgeiz hinein und sprang Mal ums Mal, was dazu führte, dass der Fidel-Bastro-Labelchef Bernd Kroschewski, der verlässlichste Fänger überhaupt, einmal kurz unaufmerksam war. Prompt schlug ich mit voller Wucht mit dem Kopf auf dem Betonboden auf. Seitdem habe ich an die Neunzigerjahre keine Erinnerung mehr.

Jan Müller

Top 3 Partysongs
Hans-A-Plast “Rock’n’Roll Freitag” (Für immer!)
Schleim Keim “In der Kneipe zur trockenen Kehle” (Das trostlose Trinklied wird gerade in der BRD insbesondere bei feierlichen Anlässen zu wenig kultiviert.)
Peer Raben / Günther Kaufmann “I Kill Them” (Für anspruchvolles Mitsingen. Das Schönste überhaupt.)

Last Birthday Party
Keine Erinnerung. Ich sage nur: wegfahren, weiter wegfahren und immer wegfahren. Der eigene Geburtstag ist für meinen Geschmack die allerblödsinnigste Party überhaupt.

Best/Worst Party
An die beste Party kann ich mich nicht erinnern, und an die schrecklichste möchte ich mich nicht erinnern. Obwohl, da fällt mir Folgendes ein: Ich bin dereinst in mittwochnächtlicher geselliger und stark heiterer Feier-Runde durch sehr heftiges Lachen mit dem Stuhl nach hintenüber gekippt. Mit der Lehne direkt auf eine Tube schwarze Schuhcreme, die arg- und achtlos im Flur umherlag. Der Inhalt von selbiger verteilte sich sofort über alle Wände. Das hat mir sehr gut gefallen. Schrecklich war jedoch: Dies alles spielte sich in meiner eigenen Wohnung ab.