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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Pictures

Timo Maas

Timo Maas ist ein Mann, der mit dem ganz dicken DJ-Koffer reist. Die Größe dieses Koffers bewegt sich mittlerweile in Dimensionen, die ihm gestatten, für seinen zweiten Künstleralbumstreich wieder eine ganze Hand voll erstklassiger Gaststars am Mikro einzupacken. Kelis z. B., die von Maas’ Sound gan
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Timo Maas ist ein Mann, der mit dem ganz dicken DJ-Koffer reist. Die Größe dieses Koffers bewegt sich mittlerweile in Dimensionen, die ihm gestatten, für seinen zweiten Künstleralbumstreich wieder eine ganze Hand voll erstklassiger Gaststars am Mikro einzupacken. Kelis z. B., die von Maas’ Sound ganz orgiastisch wird, oder Neneh Cherry auf einer Nummer, die eigentlich P. Diddy für dessen Dance-Album auf den Leib geschneidert war, und nicht zuletzt, auf ganzen drei Nummern, Brian Molko. Der singt manch anzügliches Sätzchen über die schwingenden Beats und die Gitarrenwände (kein Druckfehler) aus der Soundschmiede von Timo Maas und seinem Produktionspartner Martin Buttrich und sinkt mit seinem Organ in ungeahnte Baritonbereiche ab. Steht Molko nicht schlecht, macht sexy – und Maas’ Platte gleich mit. Überhaupt fällt auf, dass das Album einem nicht so auf Bombast-Dancefloor was reindrücken will. Da lässt sich z. T. fast schon Sophistication ausmachen. Zwar stellt sich mehrmals das Gefühl ein, dass hie und da gut abgekupfert wurde, mal eine Idee für eine Bassline geliehen, dann wieder ein Groovepattern abgeguckt. Aber auch als Produzent kann ein DJ ja schlecht aus seiner Haut, und charmant geklaut und gut auf den eigenen Schlitten montiert und abgestimmt ist schon halb die Party gerockt. “Pictures” ist also zumindest für Verzückung auf den großräumigeren Tanzflächen und VIP-Geburtstagspartys dieser Welt von Kuala Lumpur bis Hannover gut und sicher auch – die Betonung der universalen Einsetzbarkeit “im Club und auf der Couch!” wird bei jeder x-beliebigen Platte aus dem Elektronikbereich mitgereicht wie das Amen in der Kirche, macht hier aber Sinn, da es doch um eine Erweiterung und Öffnung von Dancemusic in alle Pop-Richtungen geht – im HiFi-Turm zu Hause oder aus dem Stereosystem des Sportcoupés. “Pictures” ist so kredibel, weltoffen und – ja, auch das – geil, wie Großraumdissenfunk irgendwie noch sein kann.