×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Die Rückkehr des T-Worts

Thomas Schumacher

“Ich finde es spannend, dass das lang verpönte T-Wort ‘Trance’ langsam wieder verwendet wird”, freut sich Thomas Schumacher, der vor Jahren als Elektrochemie LK die Charts stürmte. “Viele Leute meines Alters, also so Jahrgang ‘72, haben den frühen Trance Anfang der 90er mitbekommen, bevor das Ganze
Geschrieben am

“Ich finde es spannend, dass das lang verpönte T-Wort ‘Trance’ langsam wieder verwendet wird”, freut sich Thomas Schumacher, der vor Jahren als Elektrochemie LK die Charts stürmte. “Viele Leute meines Alters, also so Jahrgang ‘72, haben den frühen Trance Anfang der 90er mitbekommen, bevor das Ganze völlig kommerzialisiert wurde. Da ist jetzt wieder ein Selbstbewusstsein da, das versucht, bestimmte melodiöse Sachen jenseits von Kirmes-Trance wieder aufleben zu lassen.” Das andere T-Wort, “Techno”, sucht man in der Info zu Schumachers neuem Studioalbum “Home” vergeblich. Dabei werden einige seiner größten kommerziellen Erfolge wie die Ende der 90er erschienenen Rave-Klassiker “Ficken?” oder “When I Rock” häufig mit Schranz-Techno in Verbindung gebracht.

Die aktuellen Tracks hat der inzwischen von Bremen nach Berlin übergesiedelte DJ und Produzent zusammen mit Partner Stephan Bodzin aufgenommen und beschreibt sie als “weder zu minimal noch zu ausdrucksstark”. Bereits auf den letzten Maxis seines eigenen Labels Spielzeug zeigte Schumacher, wie gut er auch prima funktionierende Clubhits im angesagten Minimal-Techhouse-Sound produzieren kann. Die Tracks auf “Home” klingen immer ein wenig retromäßig, bleiben dabei aber so reduziert wie nötig. Zum Beispiel “High On You”, das mit treibender 4/4-Drum, einem federnden Bass und klassischen Trance-Chords erst einmal hart und streng programmiert klingt, dank sorgfältig eingesetzter Effekte und fein modulierter Bass- und Filterverläufe aber lebendig wird. Intensität und Funktionalität, mehr braucht Schumacher nicht, um im großen Kontinuum von Musik für den Dancefloor aufzufallen.