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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Bloom Forever«

Thomas Cohen

Großes Leid gebiert leider nicht zwangsläufig große Kunst: Der krisengebeutelte Thomas Cohen, Witwer von Peaches Geldof, startet seine Solokarriere nach S.C.U.M mit einem mittelmäßigen Album.
Geschrieben am
Nach dem Herointod seiner Frau Peaches Geldof musste Thomas Cohen zeitweise dasselbe Schicksal wie Pete Doherty erleiden: Er tauchte öfter in den britischen Tabloids auf, als ihm als Musiker lieb sein kann. Hoffen wir, dass The Sun und Daily Mail den armen Mann bald in Ruhe lassen. Mit »Bloom Forever« hofft er vermutlich auf einen Befreiungsschlag, um musikalisch wieder ernst genommen zu werden, nachdem sich seine Band S.C.U.M. schon 2013 auflöste. Leider ist diese Mission gescheitert, denn sein erstes Soloalbum ist gelinde gesagt ein erschreckend mittelmäßiges Album, das im Pathos erstickt – so kitschig und glatt produziert ist dieses dürftige Werk. Nicht mal mit viel Wohlwollen lässt sich darauf nur ein vernünftiger Song finden. Dazu kommt noch Cohens prätentiös-weinerlicher Gesangsstil, mit dem er Belanglosigkeiten wie »Drinking Coca-Cola« oder Leidensfloskeln wie »Couldn’t make it through« ins Mikrofon jammert. So sehr man es Cohen gönnt, dass er an dem Erlebten nicht zerbrochen ist und sein kreatives Potenzial wieder nutzt: »Bloom Forever« ist eine sehr öde Platte, in der man nicht mal ansatzweise eine interessante musikalische Handschrift erkennt.

Thomas Cohen

Bloom Forever

Release: 06.05.2016

℗ 2016 Thomas Cohen

Thomas Cohen »Bloom Forever« (Stolen / Coop / PIAS / Rough Trade / VÖ 06.05.16)