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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Aphro

Thirst.

Die Mitglieder der Kölner Neo-Soul-Band Thirst. sind wahre Selfmademen. Obwohl sie immer mal wieder auch in größerem Rahmen auf sich aufmerksam machen, fliegen sie weiterhin (bewusst?) unter dem Radar der Majors durch. Da liegt die Gründung eines eigenen Labels natürlich nah: Größtmögliche Freiheit
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Die Mitglieder der Kölner Neo-Soul-Band Thirst. sind wahre Selfmademen. Obwohl sie immer mal wieder auch in größerem Rahmen auf sich aufmerksam machen, fliegen sie weiterhin (bewusst?) unter dem Radar der Majors durch. Da liegt die Gründung eines eigenen Labels natürlich nah: Größtmögliche Freiheit bei maximaler Erhaltung des Spieltriebs lautete die Devise bei der Genese des Elmowa-Labels, auf dem nun konsequenterweise auch das vorliegende zweite Album veröffentlicht wird. Und vielleicht hat sich diese Freiraumgewinnung auch gleich im Sound niedergeschlagen, denn die satten 16 Tracks auf “Aphro” beeindrucken vor allem durch ihren warmen, homogenen Sound und reißen gleichzeitig eine Stilpalette ab, die für ein ganzes Wochenende im Lieblingsclub reicht. Thirst. spielen Ausgehmusik, schreiben Tracks statt Songs, funktionieren aber trotz allem auch als Band im klassischen Sinne. Und wie es sich für Tanzmusik gehört, behandeln sie gemäß dem Albumtitel durchweg weltliche Themen: “Aphro” ist ein hedonistisches und sinnliches 5-Gänge-Menü, spielt mit Drum’n’Bass und House-Versatzstücken (“Only” bzw. “Last Goodbye”), vereinigt “Café Del Mar”-Flair mit afrikanischen Percussions und schreckt nicht davor zurück, auch den Walzer zu entstauben, wie im sexy anmutenden “Phony”. In all dem eingebettet liegt die sanfte Soulstimme von Mastermind Zé Mari, so unaufdringlich wie Genre-dienlich und irgendwo zwischen Liebe und Sünde tänzelnd.