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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

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Thievery Corporation

Trotz Thievery Corporation im Titel dieser Zeilen ist dies eine Dub-Review. Dies ist eine Dub-Review. So wie wohl keine elektronisch versetzte Spielart hat sich Dub über die Jahre von allerlei kurzlebigen Trends unbeeindruckt und resistent erwiesen. Wie sagte schon Peter Kruder kürzlich in einem sei
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Trotz Thievery Corporation im Titel dieser Zeilen ist dies eine Dub-Review. Dies ist eine Dub-Review. So wie wohl keine elektronisch versetzte Spielart hat sich Dub über die Jahre von allerlei kurzlebigen Trends unbeeindruckt und resistent erwiesen. Wie sagte schon Peter Kruder kürzlich in einem seiner spärlich gesäten Interviews: “Dub macht halt den Unterschied.” Und das wollen wir mal so glauben und in unser Merkheft notieren. Darüber hinaus wird es wohl niemanden geben, der – in welchem Musik-Ghetto er auch immer sich aufhalten mag – mit Dub nicht irgendwann unweigerlich in Berührung kommt. Thievery Corporation vertreten seit geraumer Zeit, genau genommen seit “Sounds From The Thievery Hifi”, eine sehr erfolgreiche und extrem gefällige Version des chilligen Konsens-Dub mit viel Keyboard-Space-Sounds und einer gewissen Kuschel-Attitüde, bei der wie auch immer geartete Puristen sicher den einen oder anderen Haarausfall erleiden. Aber T.C. können sich’s halt leisten, haben sie doch eine Art Trademark-Sound geschaffen und vielen Querbeet-Musik-Hörern so was wie einen eigenen Musikgeschmack ermöglicht. Auf “Versions” haben Eric Hilton und Rob Garza nun (zum wiederholten Male) solch unterschiedlichen Musik-Größen wie Astrud Gilberto, Nouvelle Vague oder gar den Doors ihren unverwechselbaren Sound-Stempel aufgedrückt – mit sehr gelungenen Ergebnissen.

Wer mehr Indie (und härteren Sound) benötigt, kann sich mit den Schweizern Dub Spencer & Trance Hill ins Outerspace begeben. Auf “Nitro” ist der Schwerpunkt ganz klar im Reggae angesiedelt, auch wenn sich hier – anstelle von der dem Reggae innewohnenden Leichtigkeit – mehr der schwere Groove – im Sinne von fett, dunkel und abgehangen – manifestiert hat. Hypnotisch ziehen die beiden ausgebildeten Musiker Adrian Pflugshaupt und Christian Niederer ihre Bahnen in einem Elektro-Dub-Gefilde, das mit Wild-West ungefähr so viel zu tun hat wie Ben Cartwright oder Hop Singh mit Bonanza-Rädern. Das ist aber unwesentlich und doch nachvollziehbar, denn Ironie ist die Waffe der Entrechteten. Da passt es ganz gut, dass dieses Album in Köln von der Salz-Possi (und nicht etwa in Wien) gemastert wurde. Denn der Kölner an sich hat mit Dub offiziell eigentlich keinerlei Verträge.