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Was die Equalizer hergeben

Theo Parrish

27.05.2006, Freiburg, Waldsee. Theo Parrish beim von mir sehr geschätzten Root Down in Freiburg, das klang doch sehr verdächtig nach einem Pflichtermin. Die legendäre Partyreihe von Rainer Trüby im idylischen Waldsee ist ein Aushängeschild für stilsichere Clubabende, die keine Genregrenzen kennen.
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27.05.2006, Freiburg, Waldsee. Theo Parrish beim von mir sehr geschätzten Root Down in Freiburg, das klang doch sehr verdächtig nach einem Pflichtermin. Die legendäre Partyreihe von Rainer Trüby im idylischen Waldsee ist ein Aushängeschild für stilsichere Clubabende, die keine Genregrenzen kennen. Eine Mischung aus soulful Electronics, die in Süddeutschland sonst ihresgleichen sucht. Auch die Auswahl der Gast-DJs spricht für Geschmack und Stil und mit Theo Parrish ist diesmal ein ganz besonderer DJ geladen. Muss man ihn noch vorstellen? Er ist eine Legende in Sachen Deep House, ein Missionar, der neben Moodymann die deepe Seite von House/Dance Music aus Detroit repräsentiert. Sound Signature, sein eigenes Label, hat die Sammlerleidenschaft von Vinyljunkies auf der ganzen Welt geweckt und wird von nicht wenigen geradezu verehrt.

Nachdem Rainer Trüby mit einem gewohnt superben Set den Weg ebnete, war es gegen ein Uhr dann schon Zeit für den Gast aus Detroit. Im Vorfeld war schon einiges durchgesickert, von einem legendären siebeneinhalbstündigen Set im Watergate wurde geredet.
Theo Parrish spielte sich dann, wie von ihm nicht anders gewohnt, quer durch alle Dancegenres. Von Disco über Funk und House bis hin zu Italo Disco, Acid und Techno war alles dabei. Ebenso im Boot: seine eigenen Edits von alten Discotracks. Ein typisches Theo Parrish DJ-Set eben, bei dem es immer viel zu entdecken gibt. In der Schule der ersten Chicago House DJs wie Farley Jackmaster Funk filtert er sich dabei quer durch die Tracks - was die Equalizer hergeben. Detroit trifft auf Chicago.

Seine Filtermanipulationen bei Stücken wie "Ain't It Funky" von James Brown sind in bester Ron-Hardy-Tradition und steigern die Begeisterung der tanzenden Masse noch. Für einige ist es ungewohnt, wenn plötzlich der Bass verschwindet und nur noch ein zischelnder Sound übrig bleibt, doch wenn die Mitten und der Bass dann plötzlich wieder einsetzen, ist der Jubel groß. Kein Wunder, wenn jemand seine eigene Begeisterung für die Musik, die er spielt, so spürbar vermittelt und dann auch noch auf eine geniale Plattensammlung zurückgreifen kann. Theo Parrish machte es sichtlich Spaß hinter den Reglern und er zelebrierte ein Set, in dem Brüche und abrupte Stilwechsel vorprogrammiert sind. In diesem Sinne war das Root Down dann auch die perfekte Veranstaltung für seine musikalische Vision.