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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Vision Valley

The Vines

Im Mai 2004 implodierte die Band. Sänger Craig Nicholls trat nach Fotografen, torkelte wie ein waidwundetes Tier umher, bis der Bassist Patrick Matthews mitten im Set die Bühne der Heimatstadt Sydney verließ, in einen Bus stieg und nicht mehr zurückkam. Zu diesem Zeitpunkt hatten es sich die Vines m
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Im Mai 2004 implodierte die Band. Sänger Craig Nicholls trat nach Fotografen, torkelte wie ein waidwundetes Tier umher, bis der Bassist Patrick Matthews mitten im Set die Bühne der Heimatstadt Sydney verließ, in einen Bus stieg und nicht mehr zurückkam. Zu diesem Zeitpunkt hatten es sich die Vines mit der gesamten Presse verscherzt, Nicholls war vom Lieblings-Posterboy zum abgewatschten "spoiled jerk" (Village Voice) durchgereicht worden. Das Verhalten des Frontmannes war nicht mehr unter "Exzessiver Rock´n Roll-Lifestyle" abzuheften. Die medizinische Diagnose "Aspergers Syndrom", eine Form des Autismus, rückte dann alles in eine neue Perspektive. Dass es also überhaupt ein neues Album gibt, ist eigentlich ein Wunder. Zurück also auf Los. "Vision Valley" klingt vom ersten Ton an vertraut: zwei-drei Powerchords, zum Refrain mit Pedalarbeit, süssliche Melodieführungen. Was soll man sagen? John Lennon ist über 25 Jahre tot, Kurt Cobain über zehn. Diese beiden Refrenzen sind und bleiben im Universum des Craig Nicholls zentrale Figuren. Natürlich fehlt es ihm an Brillanz, an Genie, an emotionaler Tiefe, an textlicher Versiertheit. Doch abseits überzogener Erwartungshaltungen: solider Garagen-Powerpop, zu dem die Zöpfe der Indiemädchen wieder fliegen werden. Und vielleicht ist Craig Nicholls jetzt ein kleines bisschen glücklicher.