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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Phantom Power

THE TRAGICALLY HIP

Da sind sie wieder! Mit kanadischer Maurer-Pünktlichkeit veröffentlicht ein Exportschlager des Ahornlandes seine Schallplatten. Maximal zwei Jahre liegen zwischen den Songkollektionen, die dennoch klingen, als wären sie über einen viel, viel längeren Zeitraum hinweg gereift. Das ist eben der goldene
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Autor: intro.de

Da sind sie wieder! Mit kanadischer Maurer-Pünktlichkeit veröffentlicht ein Exportschlager des Ahornlandes seine Schallplatten. Maximal zwei Jahre liegen zwischen den Songkollektionen, die dennoch klingen, als wären sie über einen viel, viel längeren Zeitraum hinweg gereift. Das ist eben der goldene Boden, den THE TRAGICALLY HIP dank ihres inspirierten Handwerks für sich selbst ergründet haben - mit glamourösen Gesten und Hektik hat die Band um Songwriter und Geschichtenerzähler Gordon Downies wenig am Strohhut. Sie haben längst das Feld gefunden, das sie beackern wollen, und auf diesem Feld wachsen wunderschöne Gitarrenklänge zuhauf in den Himmel. Im Vergleich zu den Vorgängeralben ist es den HIPs gelungen, ihre Songs noch mehr zu konzentrieren, zu straffen und auf einen Punkt zu bringen, der zumeist recht nah am Herzen liegt. Selten nur bemüht die Band das Gitarrenrock-Klischee von der ruhigen Strophe, die ihren Euphorieschub in Richtung Refrain durch einen Tritt auf den Verzerrer erhält. Viel häufiger finden sich Momente, in denen sich Downies Stimme in ihrem eigenen Vibrato verliert, zwischen Zerbrechlichkeit und Bestimmtheit schwankt, um dann schließlich inmitten beider Stimmungen zu brechen. Das sind die Augenblicke, in denen sich eine Nähe zu dieser angenehmen Platte aufbaut, für die man sich einzig noch mehr abwechslungsreiche Ausflüge wie den Südstaaten-Groover "Chagrin Falls" gewünscht hätte.