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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Don't Let The Bastards Grind You Down

THE TOASTERS

Im Zuge der mir von der Redaktion de facto freundlicherweise zugewiesenen neuen Funktion als Skarezensent habe ich mittlerweile den noch vor einigen Monaten ebenhier vehement vertretenen Standpunkt, dieser Art von Sound eigentlich prinzipiell nichts abgewinnen zu können, revidiert, wobei dem Leser -
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Autor: intro.de

Im Zuge der mir von der Redaktion de facto freundlicherweise zugewiesenen neuen Funktion als Skarezensent habe ich mittlerweile den noch vor einigen Monaten ebenhier vehement vertretenen Standpunkt, dieser Art von Sound eigentlich prinzipiell nichts abgewinnen zu können, revidiert, wobei dem Leser - im Rahmen der NEW YORK SKA-JAZZ-ENSEMBLE-Kritik - allerdings aufgefallen sein dürfte, daß schon damals der grobe Holzhammer lediglich als Einstieg gewählt wurde, um in der Folge lobend tätig zu werden. Die hier nun vorstelligen TOASTERS aus New York wiederum mischten schon im Rahmen vorgenannten empfehlenswerten Ensembles munter mit und "katapultieren" mit ihrem nunmehr achten Album "die oft als Nischenmusik angesehene Kunst des OffBeats" - laut Waschzettel - "zurück in das Herz des aktuellen Popmusikgeschehens", was sich gut trifft, da laut desselben Infos "das musikalische Thermometer in den USA auf Ska-Fieber steht." Eine erfreulich dialektische Tour der Anpreisung, oder schläft etwa ein Lied in allen Dingen? Geboten wird hier jedenfalls das nach mittlerweile 15 Jahren Bandgeschichte zu erwartende weder zu einseitige noch besonders innovative Potpourri aus Ska, Reggae, Rocksteady, Soul, Jazz, Blues und knarzendem Rock'n'Roll mit einigen Highlights ("Today's A Good Day" und das ausgedünnt-reggaejazzende "Spooky Graveyard"), zudem gelingt der Brückenschlag zum Crossover ("Wovay") ausgesprochen gut. Instrumental gestaltet sich die Angelegenheit treibend und holt mit Hilfe fetter Bläser heraus, was das Genre eben so zuläßt, wenn man nicht mit dem Wahnwitz kooperieren will. Die vokalen Kapriolen des Jack Ruby Jr. verraten zwar zuweilen wenig Detailverliebtheit und liebäugeln des öfteren mit repetitiven textlichen und melodiösen Flachschüssen ("Underground Town"), nerven aber nicht in einem solchen Ausmaß, daß dem Guten das bedauernswerte Schicksal seines Alten blühen sollte. Gecovert wird auch - SPENCER DAVIS' "Gimme Some Lovin'" gar auf eine so liebliche Art, daß einem das Herz aufgeht. Unterm Strich bleibt eine hörenswerte Leistung.