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Weniger Lollipop

The Thrills

Wenn Conor Deasy über das zweite Album seiner Band spricht, klingt er vor allem erleichtert. Dass es geschafft ist. Dass es so gut geworden ist. »Wir haben es uns selbst schwer gemacht«, stellt er fest und holt wie zur Bestätigung tief Luft. Die fünf Dubliner wollten zügig nachlegen, wollten das D
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Wenn Conor Deasy über das zweite Album seiner Band spricht, klingt er vor allem erleichtert. Dass es geschafft ist. Dass es so gut geworden ist. »Wir haben es uns selbst schwer gemacht«, stellt er fest und holt wie zur Bestätigung tief Luft. Die fünf Dubliner wollten zügig nachlegen, wollten das Debüt ›So Much For The City‹ innerhalb eines Jahres in den Schatten stellen. Deshalb ging es nach einer endlosen US-Tour direkt ins Studio. Ohne Urlaub, ohne Demos. Dafür mit 200 Konzerten in den Knochen und zehn grandiosen Songs im Kopf. ›Let’s Bottle Bohemia‹ ist so melodieselig wie zerknirscht, so hymnisch wie verschroben. Mehr Pavement, weniger Beach Boys. Mehr Raumgreifendes, weniger Lollipop. Mehr Sound, weniger Berechenbarkeit. Mehr Erschöpfung, weniger Adoleszenz. Während das Debüt eine Band abgebildet hat, die frustriert ist, die Welt sehen will, die Namen kalifornischer Städte in einem eskapistischen Kontext benutzt, schaut Deasy nun zurück: »Ich habe gesehen, wie sehr wir in dem einen Jahr gewachsen sind, wie sehr wir wachsen mussten.« Deshalb die Produzentenwahl: Dave Sardy (Marilyn Manson, Helmet). Ungewöhnlich? Nicht unbedingt: »Was ich von einem Produzenten erwarte, ist Erfahrung, Kompetenz und eine Perspektive«, fasst Deasy zusammen. »Ich brauche niemanden, der unsere Songs fertig schreibt.« Als eine von zigtausend Bands, die einen bestimmten Artikel im Namen führen, verlassen The Thrills sich auf ihre Musik als Distinktionsmerkmal: »Als wir unsere erste Single ›Santa Cruz‹ rausbrachten, waren wir damit auf einer CD des NME«, erinnert sich Conor Deasy. »Ungefähr zwei Drittel der Künstler waren The-Bands und hatten diesen New-York-Blondie-Television-Sound. Die Presse wollte uns da offensichtlich mit reinspülen. Aber unser Song klang in diesem Kontext so anders ...«