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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

The Body, The Blood, The Machine

The Thermals

“Go Thermal or go fuck youself” ist ein beliebter Slogan unter Freunden dieser Band. Und von denen gibt’s viele. Kein Wunder, so verdammt smart wie die ist ja auch schon lange niemand mehr aus dem Keller gekrochen. Auf Wikipedia steht, dass sie ein 50.000-Dollar-Angebot von General Motors für die Ve
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“Go Thermal or go fuck youself” ist ein beliebter Slogan unter Freunden dieser Band. Und von denen gibt’s viele. Kein Wunder, so verdammt smart wie die ist ja auch schon lange niemand mehr aus dem Keller gekrochen. Auf Wikipedia steht, dass sie ein 50.000-Dollar-Angebot von General Motors für die Verwertung von “It’s Trivia” abgelehnt haben. Hätte ich nicht gemacht. Aber wie gesagt, die Thermals sind ja auch smarter als die meisten anderen. Hier kommt ihr drittes Album. Dank der beiden Vorgänger ist man vielleicht gut vorbereitet, aber Fehlanzeige: Man wird trotzdem wieder umgeblasen. Ehrlich, “The Body, The Blood, The Machine” sollte man nur hören, wenn man bereit ist, augenblicklich mit einem gigantischen Energiestrahl beschossen zu werden. Schon klar, was die durchgeknallten Werbefritzen von General Motors dabei dachten: Hey, hier kommt der Raketenjeep! Wie die hier als Duo operierenden Portlander ihren emotionalen Wundersound hinkriegen, ist wirklich schwierig zu erklären. Vielleicht kommt er deshalb zustande, weil sie tatsächlich etwas mitzuteilen haben. In diesem Fall handelt das ganze Album von den Lebensbedingungen in einem “faschistoiden Christenstaat”. Cool, so was wollte ich mir auch schon immer ausmalen. Hutch Harris hilft einem dabei. Die alptraumhaften Lyrics kommen klar und süchtigmachend rüber und vermitteln gleichzeitig das Gefühl einer kranken Bedrohung. Wenn man sich das genau anhört, bietet es ein ambivalentes Drama, in dem die evozierten Gefühle so mitreißend wirken, dass sie gleichzeitig unheimlich sind. Großer Punk also. Aber da ist ja noch viel mehr: Woher bitte nimmt man so süße John-Barry’eske Gitarrentunes wie in “Test Pattern”? Oder eine Hookline wie die von “Pillar Of Salt”? Auch dabei ist Vorsicht geboten. Die frisst sich für immer ins Hirn. Und die Stimmung, die dieser Song transportiert, auch. Jetzt dürft ihr von Salzsäulen träumen. Herzlichen Glückwunsch. Ja, die brauchen wirklich kein Geld von Automobilherstellern, so schlau, wie die das machen. Und wenn die Thermals Autos bauen würden, sähe General Motors nur noch deren Staub am Horizont funkeln.