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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Desperate Ground«

The Thermals

Schon beim letzten, dem vierten Album von The Thermals schienen sich die Geister der Ramones endgültig im Gitarrenkoffer von Hutch Harris häuslich eingerichtet zu haben.
Geschrieben am

Nicht dass der Thermals-Sänger, der die Band 2002 in Portland gründete, so klänge wie Joey oder so spiele wie Johnny Ramone. Aber Harris hat hart daran gearbeitet, die vielleicht beeindruckendste Errungenschaft der New Yorker Proto-Punks ins neue Jahrtausend zu retten, die jetzt erstmals in allen Songs eines Thermals-Albums anzutreffen ist: die sofortige Wiedererkennbarkeit. Auch ohne »One, two, three, four!« vor jedem Song klingt »Desperate Ground« bereits nach zwei Sekunden zweifelsfrei nach dem sägenden, verwaschenen Thermals-Schepper-Trademark.

Die neuen Songs zeigen sich fast manisch von jeglichem Ballast befreit. Keine Passage dauert länger als nötig, alle Instrumente stellen sich in den Dienst der hymnischen Gesangspassagen, die erneut Geschichten über Tod, Gewalt und Krieg erzählen. Die erste Single »Born To Kill« schafft es so, in nicht einmal zwei Minuten eine komplette Killer-Biografie in zwei Strophen, zwei Refrains und einer Bridge auszuerzählen. Das ganze Album, auf dem mindestens vier weitere hervorragende Stücke folgen, bringt es so auf nicht einmal 30 Minuten. Im Zeitalter des pathetisch-zerfaserten Corporate-Rock eine viel zu kurze Zeit für ein Album. In der gehetzten Welt von The Thermals mehr als genug, um den Hörer schnell verdreckt, aber glücklich in die Sessel sinken zu lassen.

In drei Worten: 1-2-3-4 / Punk / Stabil