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Unschuldige englische Arbeiterkids

The Sunshine Underground

15.10.2006 - Köln, MTC. Viel gehört hat man von dieser Band aus Leeds noch nicht, die am heutigen Abend den Kölner MTC-Club beschallen wird. Dass man sich da tatsächlich irrt, soll sich später zeigen. Erst einmal spielt der DJ "Smack My Bitch Up", während vier blutjunge Herren auf der Bühne erschein
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15.10.2006 - Köln, MTC. Viel gehört hat man von dieser Band aus Leeds noch nicht, die am heutigen Abend den Kölner MTC-Club beschallen wird. Dass man sich da tatsächlich irrt, soll sich später zeigen. Erst einmal spielt der DJ "Smack My Bitch Up", während vier blutjunge Herren auf der Bühne erscheinen. Derselbe DJ, der vorhin all seine Smiths-Lieblingssongs aufgelegt hat. So grotesk des DJ's Musikgeschmack ist auch der Name der heutigen Band: The Sunshine Underground. In gewohnt britischer Lässigkeit schlurfen die Jungs auf die kleine Bühne des Clubs, stellen ihren Gerstensaft beiseite und legen los. Schnell werden Erinnerungen an den letzten Indie-Disco-Besuch wach. Kam da letztens nicht die gerade gespielte Nummer direkt nach The Rapture? Gemeint ist "Put You In Your Place" und mit The Rapture sind wir auch schon in der richtigen musikalischen Schublade gelandet: Tanzbarer Rock oder gitarrenlastiger Dance, ja nachdem, wie man denn will, made in the UK. Druckvoll und treibend und mit einer Portion Dramatik unterfüttert, die vor allem Sänger Craig Wellingtons manischer Gesang trägt und als Ganzes etwas an We Are Scientists erinnert. Mit ihren Kapuzen-Shirts lassen sich die vier Jungspunde rein optisch aber eher unschuldigen, englischen Arbeiterkids zuordnen als der Krawattenfraktion des Britpop. Dafür gibt's noch ein paar Sympathiepunkte. Als Wellington irgendwann sein Haupt unter der Kapuze versteckt und die Indie-Nerds zum Tanzen animiert, gibt er den coolen Underground-DJ. Nur dass er keine Turntables, sondern eine Percussion-Trommel penetriert, mit der er einen Marsch durchs Publikum wagt. Zu gut kann man sich jetzt vorstellen, dass die vier Leedser ihre Inspirationen vor allem aus dem wilden heimatlichen Nachtleben schöpfen und uns ihre aufregendsten Erfahrungen darbieten. Ihren Sunshine Underground eben.