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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Communion

The Soundtrack Of Our Lives

In ihrer Heimat Schweden konnte die laut Noel Gallagher "beste Band der Welt" ihr neues Album schon letztes Jahr veröffentlichen. Jetzt ist es auch bei uns erschienen.
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Sie trägt den bezeichnenden Namen The Soundtrack (Singular) Of Our Lives (Plural), und in ihrer Heimat Schweden konnte die laut Noel Gallagher "beste Band der Welt" ihr neues Album schon letztes Jahr wie immer über ihre Major-Plattenfirma veröffentlichen. Kein halbes Jahr später erscheint "Communion" nun auch in Deutschland.


Im Kleinen alles neu: Mit Haldern Pop Recordings freute sich ein eher bescheidenes Indie-Label, die hiesigen VÖ-Rechte gesichert zu haben ... Denn für die Big Player sind die zu erwartenden Verkäufe von The Soundtrack Of Our Lives ohne 360-Grad-Beschiss inkl. Klingelton, Merch und Seele nicht interessant genug. Dafür haben es die braven Indies von Haldern bis dato noch nicht mal geschafft, eine funktionierende Website an den Start zu bekommen. Selbst die MySpace-Site des Labels weiß noch nichts von dem großen Fang zu berichten.

Es geht auch anders: Vor Veröffentlichung war "Communion" auf einer speziell eingerichteten Website komplett anzuhören, diverse Online-Läden boten an, das Doppelalbum zu importieren, und am 24.11., dem Tag der schwedischen VÖ, konnte man bei Google vor lauter Leaks nicht mehr zu den Reviews vordringen.


Wie keine zweite Band machen TSOOL also das Versagen der Musikindustrie auf eine Art deutlich, die besonders paradox erscheint. Und war das nicht die Band, die 2004 extra aus Schweden angereist war, um bei der Beerdigung des unvergessenen Rocco Clein zu spielen? Schuldeten wir denen nicht ohnehin ewige Treue wie sonst nur die Turbojugend ihren Göttern? Eben. Darum behaupte ich einfach mal, dass TSOOL mit "Communion" das beste Album ihrer 15-jährigen Karriere aufgenommen haben. Natürlich hat sich am Sound nicht viel geändert, warum auch. Seit die Band aus der Asche der Union Carbide Productions entstiegen ist, gab es jedoch noch keinen Moment, in dem die lustigen Drogenfresser beim hemmungslosen Zitieren ihrer Helden ähnlich fokussiert und beieinander klangen.



Aber das ist auch nicht wirklich der Grund, warum "Communion" so viel besser ist als sein Vorgänger "Origin Vol. 1" (wo ist eigentlich Vol. 2 geblieben? Mehr dazu in unserem Interview.) - der Grund findet sich in der Länge: Das Doppelte ist einfach doppelt so gut. So einfach ist das bei den Schweden. "Für mich bitte auch zwei Wildschweine, danke."

The Soundtrack Of Our Lives spielen dieses Jahr u.a. auf dem Melt! und dem Haldern Pop Festival.