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Rage Against The Killer Pumpkins

The Smashing Pumpkins live in Berlin

The Smashing Pumpkins brettern durch das Berliner Kesselhaus und beweisen mal wieder, warum sie Mitte der 90er die Helden der Alternative-Szene waren. Auch wenn Billy Corgan keine Lust auf einen reinen Nostalgietrip hat.
Geschrieben am

30.11.2014, Berlin, Kesselhaus
   

Die Liste der Hits, die Billy Corgan heute Abend hätte spielen können, ist lang. Auch die bei Veteranen-Bands mittlerweile beliebte Variante »Ein Album-Klassiker wird in voller Länge gespielt« wäre eine Alternative gewesen. Doch Billy Corgan wäre nicht Billy Corgan, wenn er nicht einfach mal auf Erwartungen und Wünsche pfeifen würde. Das Nörgeln und Gemurre darüber, dass vom dem alten Line-up nur noch er, Corgan, übrig ist, hält schon seit der Reunion an. Doch bleibt ebenso Fakt: Corgan war, ist und wird immer die Pumpkins ausmachen. Robert Smith ist The Cure, Trent Reznor ist Nine Inch Nails und Josh Homme ist Queens Of The Stone Age. Billy Corgan ist nun mal The Smashing Pumpkins. Seine Mitmusiker an dem heutigen Abend sind keineswegs unbekannt. Mark Stoermer von The Killers und Brad Wilk von Rage Against The Machine bilden die Rhythmusgruppe, während Jeff Schroeder schon seit 2007 den Wingman an der Gitarre gibt.
Natürlich sind es die Klassiker wie das unzerstörbare »Tonight, Tonight« und »Bullet With Butterfly Wings«, die die meisten Jubelschreie hervorrufen, doch fügen sich die neuen Songs äußerst homogen in die Setliste ein. Die bereits vorab bekannten Songs »Tiberius«, »One And All« und vor allem »Drum & Fife« feiern live ihren Einstand und beweisen, dass Billy Corgan immer noch zu den besten Songwritern seiner Generation gehört. Dass das Tempo heute Abend nicht allzu stark angezogen wird, sondern eher groovige Nummern wie »Hummer“ und »Drown« gespielt werden,  tut der Stimmung keinen Abbruch. 

Wie schon zur »Oceania«-Tour zeigt Corgan auch auf dieser Konzertreise seine Liebe und Bewunderung zu David Bowie und zollt ihm mit einer rotzigen Version von »Fame« seinen Tribut. Was folgt, ist eine Version von »Silverfuck«, die man mit dieser Energie seit 1995 nicht mehr gesehen hat. Immer wieder befürchtet man, dass der Song komplett abdriftet, nur um im richtigen Augenblick von Brad Wilk wieder in die richtigen Bahnen geschleudert zu werden. Corgan und Wilk lachen sich bei dieser Spielfreude am laufenden Band kaputt. So fröhlich hat man Billy Corgan lange nicht gesehen.  

Smashing Pumpkins

Monuments to an Elegy

Release: 08.12.2014

℗ 2014 BMG Rights Management