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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

The Shape Of Punk To Come

Refused

Diese huldvolle Großkünstler-Anbetung hat bei aller Pracht in der Tat etwas Groteskes.
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Diese huldvolle Großkünstler-Anbetung hat bei aller Pracht in der Tat etwas Groteskes.

Die Sehnsucht, mit der auf die Reunion der schwedischen Hardcore-Legende gehofft wird, hat schon etwas Messianisches. Ganz sicher kommen sie wieder, eines Tages, uns zu erlösen und ins Licht zu führen, und es wird eine Herrlichkeit sein in den Pits und konsumkritische, aber stilvoll gekleidete Verweigerung allerorts. Orthodoxe Schriftgelehrte der Punkgebote sind da kritischer: Wenn sich eine Band nicht wiedervereinen dürfe, dann sei dies Refused, einst konsequent zerbrochen an der eigenen Intensität und der Realität des Business', ein Erbe hinterlassend, das von vielen mit einer Authentizitätserwartung aufgeladen wird, die unmöglich zu erfüllen ist.

Dabei wird die Freude an der puren Geste übersehen, die ebenso zum Repertoire der Band gehörte wie die unsterblichen Songs, die vor allem das Abschiedsalbum auszeichneten. Selbiges lässt sich nun im Package mit einem hochenergetischen Live-Album und der wirklich schönen Doku "Refused Are Fucking Dead" wieder käuflich erwerben. Sehr wertig, das Ganze. Die huldvolle Großkünstler-Anbetung hat jedoch in der Tat etwas Groteskes.

In drei Worten: Verweigern / Andacht / Pønk