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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Buttons-Spielplätze

The Rifles

Mit dieser Band leben heißt: hinein in einen ritualisierten Raum. Also: in das England vor Britpop. Zwar halten The Rifles, Londons neueste “Tätowier sie dir in dein Herz”-(NME-)Band, am Check-in auch Oasis bereit - aber im Großen und Kleinen hört man vor allem The-Jam-Melodien, gesungen von einer e
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Mit dieser Band leben heißt: hinein in einen ritualisierten Raum. Also: in das England vor Britpop. Zwar halten The Rifles, Londons neueste “Tätowier sie dir in dein Herz”-(NME-)Band, am Check-in auch Oasis bereit – aber im Großen und Kleinen hört man vor allem The-Jam-Melodien, gesungen von einer echten Paul-Weller-hetzt-durch-seine-Frühphasen-Stimme, zweigleisige gesäuberte Clash-Gitarren und überhaupt saugute Pop-Arrangements. Kein Wunder, produziert hat schließlich Ian Broudie (war mal Mastermind der Melodie-Wunderband Lightning Seeds, produzierte u. a. The Fall, The Coral, The Zutons).

Klassisch und gegenwärtig zugleich erzählen die vier Local Boys Randgeschichten aus dem Londoner Leben anderer; mal sarkastisch-anklagend (“Repeated Offender” etwa handelt vom “Typ Nervensäge”), mal trübe-besorgt im Pub-Smasher und England-Top-40-Hit “Local Boy”: “Da geht’s um einen alten Mann, den keiner mehr ernst nimmt. Die Kids wollen seine Lebenserfahrungsmonologe einfach nicht mehr hören. Wir bedauern das”, sagt der junge Gitarrist Luke Crowther, der tatsächlich auch äußerlich eine interessante Ähnlichkeit hat mit Noel und Weller. Ja, genau, Luke, der mit dem Hut – welchen man von den Bandfotos und aus dem Video kennt und der dann plötzlich auf dem Interview-Teetisch vor mir liegt, bewacht von seinem Herrchen. Und meine Frage “Mögt ihr The Clash?” (sorry, aber das wollte ich wirklich wissen, obwohl die Rifles gar nicht so richtig rebellisch sind, oder doch?) erübrigte sich, denn mindestens drei der zehn Hut-Buttons der Popgeschichte waren Clash-Buttons, vor allem der mit “London Calling” drauf hat sich für immer in die Erinnerung eingraviert. Klar, die Rifles rufen auch die ganze Zeit “London” an, und London blinkt aufgeregt grünes Licht zurück.

Oh, super Buttons. I like The Rifles.
Echt? Bisschen viel Promo, was?

Ach was. Ihr habt doch so eine tolle Platte gemacht. Brillantes Songwriting und sehr frisch. Wie entstehen denn eure Lieder?

Ich und Joel [Stoker, der Sänger] kennen uns schon seit unserer Teenagerzeit. Wir haben gemeinsam angefangen, Musik zu machen, unser Songwriting zusammen entwickelt.

Ich mag auch eure akustischen Songs.

Abwechslung ist uns wichtig. “Spend A Lifetime” ist auch eins meiner Lieblingslieder.

Geht es darum, dass man im richtigen Moment nicht die richtigen Worte findet in der Liebe?

Genau. Es ist eigentlich ein sehr unschuldiges, naives Lied. Man läuft mit jemandem über einen Spielplatz und versucht verzweifelt, seine Gefühle zu artikulieren.

Eure Geschichten spielen ganz allgemein in London. Oder würdet ihr doch eher sagen, dass es um Working-Class-Helden geht?

Ja! Wir kommen aus Working-Class-Familien. Wie Oasis. Es hat uns damals so umgehauen, zu sehen, wie Oasis unser aller Lebensgefühl auf den Punkt gebracht haben.

Über euch heißt es ja jetzt auch, dass eure Fans sich von euch so verstanden fühlen ...
Ja, aber wir sind noch ganz am Anfang. Was wir wollen, ist aber genau das: Trost spenden in einer manchmal doch trostlosen Wirklichkeit.