×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Pieces Of People We Love

The Rapture

Der Titel verweist ähnlich wie der des Debütalbums von Ende 2003, “Echoes”, auf Eklektizismus, aufs Zitieren. Und das ist ... ja, das ist einfach nur ehrlich. Denn Rapture faszinieren gerade als bodenloser Schmelztiegel aus all den vergangenen geilen Beats und dem Willen des aktuellen New Yorks, dar
Geschrieben am
Der Titel verweist ähnlich wie der des Debütalbums von Ende 2003, “Echoes”, auf Eklektizismus, aufs Zitieren. Und das ist ... ja, das ist einfach nur ehrlich. Denn Rapture faszinieren gerade als bodenloser Schmelztiegel aus all den vergangenen geilen Beats und dem Willen des aktuellen New Yorks, daraus neue Monstren für den Tanzflur zu zimmern. Und das ist nicht leicht. Denn in so einer atemlosen Szene bzw. in einem so kurzatmigen Genre lebt man fast ausschließlich vom Ruch des einen Moments. Und der verfliegt schneller als der Ecstasy-Rausch, mit dem man sich einen Sommer in den Inspots der Stadt zugedröhnt hat. Daher ist es eigentlich nicht richtig, wenn das Info zu “Pieces Of People We Love” freudig konstatiert, die Band hätte diesmal noch (!) freier von Hipster-Zwängen im Studio arbeiten können. Klar, das hätte man vielleicht gern. Denn Hipster sagen dir leider meist nicht, dass du hot, sondern eher, dass du not bist – sie sind wahrlich keine Garanten für lange Liebschaften. Dennoch mussten Rapture wieder eine hippe Platte machen. Am Arsch mit “bisschen ausprobieren” oder “uns finden”. Auf den Punkt musste man sein. Und das neue Album ist es auch. Dass das nicht aus dem Handgelenk geschüttelt wurde, sondern alles aus harter Arbeit resultiert, zeigt schon, welcher Aufwand bei der Crew getätigt wurde: Neben den Engineers von Bloc Party, Chemical Brothers, Gwen Stefani u. a. holte man auch das verhasste L.A. an Bord und traf dort auf Danger Mouse (der wiederum gerade mit dem Projekt Gnarls Barkley ganz vorne dabei ist). Die Songs klingen dementsprechend hoch tricky, aber zum Glück auch immer noch fluffy und unverstellt. Einen hohen Stresslevel besitzen “The Devil”, “Down For So Long” oder “Calling Me”, allerdings findet der Herzkasper immer seine Erlösung unter der Diskokugel. Spannung und Auslösung. So gut trifft man es selten, hier aber trifft es einen ganz selbstverständlich. In die Leisten, zwischen die Augen, in den Solarplexus, auf die Kniescheibe. Und jeder Schlag sitzt. Das wird schön wehtun.