×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Rumpel-Rock

The Pyramids

Ihr Sound drückt einen erst einmal an die Wand. Das ist der stampfendste, sägendste, monotonste Garage-Rock des Jahres, findet Martin Büsser.
Geschrieben am

Ihr Sound drückt einen erst einmal an die Wand. Das ist der stampfendste, sägendste, monotonste Garage-Rock des Jahres. Unglaublich, dass den nur zwei Leute fabrizieren sollen! Marc Cleveland und Sam Windett von The Archie Bronson Outfit haben das Duo aus einer Laune heraus gegründet und bei den Aufnahmen so viel Spaß gehabt, dass The Pyramids künftig auch als "richtige" Band live auftreten werden. "Für unsere Auftritte werden wir uns noch einen dritten Musiker suchen müssen, der die Orgel spielt. Der Sound soll live genauso fett klingen wie auf Platte", sagt Marc. "So viel steht allerdings schon fest: The Pyramids sind für uns zu einer richtigen zweiten Band geworden. Sobald das neue Archie-Bronson-Album raus ist, werden wir uns hinsetzen und neue Songs schreiben."

Wer im Internet nach den Newcomern sucht, sollte sich nicht wundern, vor allem auf eine gleichnamige Band aus den Sechzigern zu stoßen. 1961 hatte sich schon einmal eine Gruppe namens The Pyramids gegründet, eine US-amerikanische Surf- und Garage-Band, die live die Beatles parodierte. Sie trugen Beatles-Perücken, die sie während ihrer Konzerte vom Kopf nahmen, um ihre kahlen Schädel zu präsentieren. Aber auch die Monks, die damals in Deutschland in Mönchskutten und Tonsuren auftraten, haben bei den heutigen Pyramids Spuren hinterlassen. Auch deren Musik ist denkbar schlicht, die Gitarre hämmert gerade mal zwei Riffs durch, das Schlagzeug verzichtet auf jegliche Variation.

"Je einfacher du deine Musik hältst, desto zeitloser klingt sie", sagt Marc lachend. "Klingen wir wie eine Band aus dem Jahr 2007? Nicht wirklich, oder? Zumindest könnte die Platte genauso gut aus den Sechzigern oder Siebzigern stammen." - Oder aus den Achtzigern, als eine Band namens Pussy Galore schon einmal ein ähnlich radikales Debüt aufgenommen hatte: auf Blues und Rock basierende Musik, von allem Ballast befreit und mit allen Reglern nach oben gedreht.

Der derbe Verzerrer-Sound unterscheidet die Pyramids dann doch von Sechziger-Veteranen wie den Monks, denn der Krach, den die Musiker damals gerne geschlagen hätten, war technisch noch gar nicht möglich. Doch Lärm ist nicht alles. Das eigentliche Zauberwort lautet Spontaneität. "Manche Stücke waren gerade mal fünf Minuten alt, als wir sie im Studio aufgenommen haben. Alles ging rasend schnell, denn die Musik sollte möglichst ungefiltert sein. Garage-Rock ist ja eigentlich ein nostalgisches Genre. Wenn du nicht willst, dass deine Musik nostalgisch klingt, darfst du nicht zu viel an ihr rumfeilen."

The Pyramids veröffentlichen ihr Debüt auf Domino Records, dem derzeit umtriebigsten Indie-Label. "Domino ist für uns ideal", sagt Marc, "denn uns ist ein Label wichtig, auf dem wir auch noch schöne Vinyl-Pressungen machen können. Demnächst soll eine Single erscheinen mit diesem klassischen Plastikdreieck in der Mitte. So etwas macht nicht mehr jedes Label mit. Domino verstehen allerdings unseren Vinyl-Fetischismus. Der Tod der Musikindustrie ist ja vor allem dem Tod der CD zu verdanken."

Wir verlosen 3 x die rare Pyramids-7inch 'Hunch Your Body, Love Somebody'.
Einfach eine E-Mail mit Eurer Anschrift an verlosung@intro.de schicken.