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Earth Vs. The Pipettes

The Pipettes

Retro-Girlgroup in postfeministischem Gewand, ein Fest der kreativen Widersprüche.
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Retro-Girlgroup in postfeministischem Gewand, ein Fest der kreativen Widersprüche.

Schwierige Frage: Sind die Pipettes aus Brighton nur eine gut vermarktete Girlgroup, das Produkt ihres Managers Bobby Barry, der in der Band auch Gitarre spielt? Oder handelt es sich um einen subtilen Angriff auf den männlich geprägten Popbetrieb, indem die Pipettes den Spieß einfach umgedreht und zum Beispiel ihren Background-Chor ausschließlich mit Männern besetzt haben? Wahrscheinlich trifft beides zu. In Anlehnung an Phil Spector und Motown beerben die Pipettes die Girlgroups der Sechziger auf zeitgemäße Weise, nämlich als eine Band, die sich sehr wohl mit weiblichen Strategien der Selbstermächtigung und den Riot Grrrls auseinandergesetzt hat und dies in Interviews immer wieder betont.

Sie leben ein Paradox: postfeministische Texte, vorgetragen in einem Retro-Look, der an eine Zeit erinnert, als Frauen im Pop (fast) nichts zu sagen hatten. Neben der Tatsache, dass man sich diesen gut gelaunten Singalongs kaum entziehen kann, werfen die Pipettes subtile Fragen nach weiblichen Rollenbildern im Pop auf: Wie selbstbestimmt lässt sich mit Klischees spielen? Eine Frage, die sich auch die männlichen Kollegen mal stellen sollten.

In drei Worten: Widersprüche / Strategien / Fempop