×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Sky Meadows

The Pearlfishers

Wozu ist Popmusik eigentlich gut? Soll sie berieseln? Zum Tanzen anregen? Oder zum Schwärmen? Um solch seichten Antworten zu entkommen, schwangen sich immer wieder Musiker auf, eine Art populäre Kompositionsmusik zu schreiben. Barry, Mancini, Bacharach, Wilson et al. werden als ernste Künstler wahrg
Geschrieben am

Wozu ist Popmusik eigentlich gut? Soll sie berieseln? Zum Tanzen anregen? Oder zum Schwärmen? Um solch seichten Antworten zu entkommen, schwangen sich immer wieder Musiker auf, eine Art populäre Kompositionsmusik zu schreiben. Barry, Mancini, Bacharach, Wilson et al. werden als ernste Künstler wahrgenommen, trotz der Affinität ihrer Musik zur großen Massenware. Auch David Scott fällt in diese Sparte. Seit Jahren macht er mit seinen Pearlfishers, einer 15 und mehr Personen umfassenden Gemeinde von Musikern, schottischen Traumpop. Das neue Album ›Sky Meadows‹ lässt sich im Vergleich zu genannten Größen (und zu früheren Pearlfishers-Veröffentlichungen) klanglich vielleicht ein bisschen überambitioniert und textlich allzu traumwandlerisch an. ›Flora Belle‹ und ›Todd Is God‹ deuten ihr hohes Ziel zwar an, hauen den Lukas aber nicht ganz bis an die Glocke; der Titelsong ›Sky Meadows‹ und einige andere spinnen Bilder aus, ähnlich wie die in den skurrilen Kinderbüchern à la Dr. Seuss (»... unicorn trains with monkeys hanging on the reigns«). Der erste direkt begeisternde Song ist Davids Hommage an seinen Papi (›My Dad The Weatherfan‹), auch wenn man einem TV-süchtigen Gintrinker kaum nachsingen mag: »I wanna live in your way«. Dann folgt ein Stück, dessen Sound David Scott am besten zu Gesicht steht: ›The Gay Fishmonger‹. Eine schön gezupfte Akustikgitarre, Glockenspiel, Besenschlagzeug und ein Gesang, der nicht, wie beim Opener, nach wenigen Minuten schon etwas ausgelaugt klingt. Nach einem ebenso feinen Song namens ›Pantohorse‹ und dem von Orgel und Klavier dominierten Instrumental ›Berlin‹ folgt ›I Can’t Believe You Met Nancy‹, das beste Stück des Albums. Vor allem die Gesangsmelodien und die ungewöhnlich schön klingende Rhythmusgitarre machen daraus einen nahezu perfekten Seelenschmeichler. Insgesamt schwebt das Album ›Sky Meadows‹ in ziemlich auto-imaginierten romantischen Gefilden und funktioniert klassisch eskapistisch – inklusive Trompeten, Schwänen und Bärchen. Wer so etwas gerade sucht, findet mit den Pearlfishers ein hervorragendes Vehikel dorthin.