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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

The Strange Underworld Of The Tall Poppies

The Pearlfishers

Es wäre vermessen, auf dem Feld populärer Musik Parallelen zur politischen Historie von England und Schottland zu suchen. Aber bezüglich der stiefmütterlichen Rolle, die geniale Songwriterbands wie TEENAGE FANCLUB oder TEXAS im Vergleich zu OASIS oder BLUR immer noch spielen, assoziiert man unweiger
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Autor: intro.de

Es wäre vermessen, auf dem Feld populärer Musik Parallelen zur politischen Historie von England und Schottland zu suchen. Aber bezüglich der stiefmütterlichen Rolle, die geniale Songwriterbands wie TEENAGE FANCLUB oder TEXAS im Vergleich zu OASIS oder BLUR immer noch spielen, assoziiert man unweigerlich das Image des wackeren, aber stets unterlegenen Hochländlers gegenüber dem kaltblütigen Imperialisten aus dem Königreich. Beinahe zynisch klingt diesbezüglich das Geschwafel von den 'neuen BEATLES' aus dem Munde von Liam Gallagher. Denn wenn die Fab Four legitime Nachfolger haben, kommen sie aus Glasgow oder Edinburgh. Hört man das Album des Glasgower Duos PEARLFISHERS, entbehrt diese These jeglicher Rechtfertigung. Hier werden geschmackssicher Register gezogen und mit ungeheurer Perfektion bedient. Hanebüchene Querverweise zu Großmeistern des Songwritings wie Ray Davies, Brian Wilson, Van Dyke Parks oder Roger McGuinn sind nicht nur zulässig - sie drängen sich auf. Die Spielregeln sind festgelegt. Es geht um Ikonen der Popmusik. In der Hinsicht müssen sich die Perlenfischer den Vorwurf des Epigonentums gefallen lassen. Aber wie sie die Trümphe dieses Spiels stechen, das kann mit Genugtuung brillant genannt werden. Genugtuend deshalb, weil der Fan der 3-Minuten-Philosophie nach dem Wortschwall des Brit-Pop-Hypes endlich wieder Argumente für seine Anhängerschaft geliefert bekommt. Gestochene Produktion mit einer sauberen, aber stets erdverbundenen Ästhetik. Die größte Songwriterentdeckung seit dem Tod Mari(n)a Stuarts. Danke!