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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Close To The Glass

The Notwist

»Close To The Glass« ist auf die schönste Art und Weise ein typisches Notwist-Album. Eins das die Quintessenz des bisherigen Schaffens abbildet, aber auch neue Wege beschreitet.
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The Notwist pflegen die Evolution. In der Frühphase einem verwischten Hardcore-Indie verpflichtet, führten sie in der Folge die beiden Gegensatzpole Verspultheit und Pop zusammen. »Neon Golden« darf bis heute als gelungenstes Ergebnis dieser Entwicklung gelten. Was danach folgte, verstand sich als Verfeinerung eines mittlerweile kultivierten Sounddesigns. Die ästhetische Festigung der charmanten Logistik also statt weiterer Evolution. Nach Soundtrack-Arbeiten für Hans-Christian Schmidt und dem hochklassigen Nebenprojekt 13&God erwartet einen nun das neunte Studioalbum der Band aus Weilheim.

Und es ist auf die schönste Art und Weise ein typisches Album geworden – das die Quintessenz des bisherigen Schaffens abbildet, aber auch neue Wege beschreitet: So viel Geplucker wie im verstörenden Opener »Signals« gab es jedenfalls noch nie bei The Notwist. Und so weit in Ambient-Techno-Gefilde wie in »Run Run Run« begab man sich bisher ebenfalls nicht. »7-Hour-Drive« ragt mit seiner Shoegaze-Grundierung wie ein schroffer Eisberg aus dem Album heraus und versichert sich gleichzeitig der fernen Vergangenheit. Die nahbarsten Momente gelingen The Notwist in zurückgenommenen Folk-Miniaturen wie »Casino« oder »Steppin In«. Mit »Kong« findet sich auch noch ein echter Hit auf dem Album. Über allem liegt die körperlose Stimme von Markus Acher, was jedes Album im Erleben zu einer sort of homecoming werden lässt. Am Ende kann man pathetisch konstatieren: Das obsessive Feuer innerhalb der Band brennt vielleicht mehr denn je.

 

In drei Worten:  Essenz / Hit / Obsession