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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Snow«

The New Year

Apropos Schnee: The New Years viertes Album »Snow« ist ein zu Indie-Rock gefrorener Gletscher. Auf den ersten Blick etwas kühl, aber majestätisch-schön – und Resultat einer langen Entstehungsphase. 
Geschrieben am
Immerhin neun Jahre liegen zwischen »Snow« und seinem Vorgänger »The New Year«, und wenn eine Band nach einer derartigen Zeitspanne immer noch ihren alten Stiefel herunterzuspielen scheint, spricht man gerne davon, dass es sich anfühlt, als sei sie nie weg gewesen. Passt hier aber nur bedingt – dafür hätte man ja damals schon merken müssen, dass die Band überhaupt existiert. So unauffällig, wie die knapp 25-jährige Karriere von The New Year bisher allerdings verlief, so unaufdringlich ist auch ihre Musik: Das amerikanische Quartett spielt glockenklaren, schnörkellosen Indie-Rock, den man schon fast mit Weihnachtsvokabular wie »besinnlich« beschreiben kann und der bereits dann seine aufgeregtesten Stellen hat, wenn die Gitarre mal durchgängig eine etwas schnellere Melodie spielt und der Drummer mehr als eine Gliedmaße gleichzeitig bemühen muss (»Recent History«). Zumeist aber nehmen sich The New Year zurück, lassen ihren Songs auch mal Raum für längere Instrumentalpassagen und vermitteln mit ihrem entspannten Sound ein Gefühl, das man eigentlich viel öfter spüren möchte: Dass alles irgendwie okay ist. Kein Wunder, dass die Band nun beim Grand Hotel Van Cleef, der Label gewordenen tröstenden Hand auf der Schulter, untergekommen ist, die hierzulande schon seelenverwandte Bands wie die Weakerthans pushte. Ähnlich wie diese werden The New Year auch mit »Snow« eine Band bleiben, die vielen wenig bedeutet – dafür aber wenigen sehr viel. 

The New Year

Snow

Release: 28.04.2017

℗ 2017 Grand Hotel Van Cleef