×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Alligator

The National

Ich kann nicht an mich halten, muss es vorwegschicken: Ich liebe dieses Album. Gerade auch, weil es so eine positive Überraschung für mich ist. Ich kannte und mochte The National aus New York schon vorher, hatte sie im geschmackvollen, aber unspektakulären Folk-Kontext verortet - vorschnell, wie ich
Geschrieben am

Ich kann nicht an mich halten, muss es vorwegschicken: Ich liebe dieses Album. Gerade auch, weil es so eine positive Überraschung für mich ist. Ich kannte und mochte The National aus New York schon vorher, hatte sie im geschmackvollen, aber unspektakulären Folk-Kontext verortet - vorschnell, wie ich jetzt weiß. Auch ihr bisheriges Label Talitres lag mir schon seit einiger Zeit am Herzen, diese Vorliebe war allerdings nie stark genug, um mich mit dem gesamten Labelprogramm intensiver zu beschäftigen. Wenn ich Artikel über die Band las, war immer von Wilco, den Tindersticks oder Nick Cave die Rede. Da ist zwar etwas dran, aber nur sehr unterschwellig. Was "Alligator" groß macht, sind seine hervorragenden Songs, vor allem aber seine Interpol-artige Stringenz, die der Zuarbeit von deren Produzent Peter Katis zu verdanken ist. Jedes Stück ist perfekt ausarrangiert, vernachlässigt weder ansprechende Klangbilder noch ausgefallene Harmonien. Darüber hinaus sind die Texte von Sänger Matt Berninger so lakonisch wie hymnisch, eine Qualität, die mich zum wohl schönsten Aspekt der außerordentlichen Fähigkeiten The Nationals bringt: Ihre Musik ist nicht geschmäcklerisch, sie ist in der Lage, Fans bisher unvereinbarer Genres zusammenzubringen. Sie ist in der Lage, unsere Radiolandschaft um ein paar wunderschöne Songs zu verbessern. Sie bezieht Coldplay-Fans genauso mit ein wie die Auskenner des untergründigen Gitarren-Wohlklangs. Und sie zeigt uns, dass neuer Folkpop vom Big Apple nicht nur aus Anti besteht, sondern auch mal ganz besänftigend Pro sein kann.