×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Electric Sweat

The Mooney Suzuki

Aha, wieder eine Band aus New York. Wieder Rock mit Retro-Einschlag. Wieder smart gekleidete Burschen, die sich an der Kunsthochschule getroffen haben. Wie soll man da als Band bloß auf sich aufmerksam machen? Na klar: Immer schön Maul aufreißen! So wie Sammy James Junior (yeah!) neulich im amerikan
Geschrieben am

Aha, wieder eine Band aus New York. Wieder Rock mit Retro-Einschlag. Wieder smart gekleidete Burschen, die sich an der Kunsthochschule getroffen haben. Wie soll man da als Band bloß auf sich aufmerksam machen? Na klar: Immer schön Maul aufreißen! So wie Sammy James Junior (yeah!) neulich im amerikanischen Creem Magazine: “We’re New York City’s first and only rock’n’roll band. But the thing is, people say: ‘Is that a diss to the Strokes?’ And I say: ‘No, we’re better than the Ramones, we’re better than the Velvet Underground – all those bands.’” Kann man bringen, den Spruch. Denn: Wer im Popbiz mitmachen will, sollte ruhig eine Portion Wahnsinn mitbringen. Und The Mooney Suzuki wollen offensichtlich mitmachen: Nach ein paar Singles und einem Album beim Indie Estrus bringt das Quartett um Front-Großmaul Sammy James jetzt die zweite Langspielplatte namens “Electric Sweat” bei Columbia raus, nachdem diese bei uns schon länger als Indie-Import für Liebhaberpreise erwerbbar war. Beim einzigen Deutschlandkonzert in Berlin bewiesen The Mooney Suzuki kürzlich, dass sie wirklich die gewünschte Portion Wahnsinn anzubieten haben: Sämtliche Klischees von Schweinerock hat die Band im Angebot gehabt: von Arrogant-durch-Sonnenbrillen-Gucken, Mitsingen-und-Mitklatschen-Fordern bis hin zu übelst abgewichstem Gitarrengepose, wo sich selbst Turbonegros Euroboy den einen oder andern Move hätte abgucken können. Ein Gedicht, gehüllt in Bier und Schweiß! Ach so, die Musik: Die ist so, als hätte es nie Stunk gegeben zwischen Rockern und Mods. Also Who, Kinks, Yardbirds und Konsorten treffen auf diese ganzen amerikanischen Altherren-Rockbands, die so Mittzwanziger wie ich immer mit einer lässigen Handbewegung abgetan haben, aber langsam doch zu schätzen wissen. NME, bitte übernehmen Sie! Ich will einen Hype.