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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

The Runaway

The Magic Numbers

Die druckvolle, aber an den richtigen Stellen auch Fragilität akzentuierende Produktion lässt die Stücke in distinguierter Eleganz erstrahlen.
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Die druckvolle, aber an den richtigen Stellen auch Fragilität akzentuierende Produktion lässt die Stücke in distinguierter Eleganz erstrahlen.

Jede zweite Band erinnert mich gerade an Fleetwood Mac. The Magic Numbers bilden da keine Ausnahme. Wenn „Why Did You Call“ und „Throwing My Heart Away“, beide gesungen von den zwei weiblichen Mitgliedern der Band, nicht nach „Rumours“, dem Mac-Erfolgsalbum von 1977 schielen, weiß ich auch nicht. Ich mag diesen Ansatz, der eine gewisse glamouröse Leere und Oberflächlichkeit mit Singer/Songwriter-Substanz verbindet. Als kontemporäre Zeitgenossen der Magic Numbers fallen mir in diesem Zusammenhang Feist oder die eher wenig beachteten tollen Rubies ein.

Die dynamische, aber an den richtigen Stellen auch Fragilität gut akzentuierende Produktion des vorliegenden Albums lässt die toll komponierten Songs in distinguierter Eleganz erstrahlen. Die raffinierten, zwischen Vielschichtigkeit und Transparenz perfekt ausbalancierten Arrangements verraten eine Affinität zu Folk, die allerdings nie zu ländlich gerät. Manchmal nervt die Tendenz, gute Ideen zu sehr auszukosten. Der Opener „The Pulse“ erpresst einen mit dick aufgetragener Erhabenheit voller Streicher (arrangiert vom kürzlich verstorbenen legendären Robert Kirby of Nick-Drake-Fame), die sich an der entkörperlichten Diesseitigkeit von Mercury Rev orientiert. Ein kleinlicher Einwand womöglich. In seiner Gesamtheit überzeugt „The Runaway“ durchaus als auf Glätte hin produzierter, zugänglicher Radiopop der besten Art.

In drei Worte: Fleetwood / Glatt / Folk