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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Eyeland«

The Low Anthem

The Low Anthem bezeichnen den Stil ihres neuen Albums als Future-Folk, und genau so ist es: Sie hieven ihre Musik auf ein bisher unbekanntes Terrain.
Geschrieben am
Eigentlich hatte man The Low Anthem längst als ewige Traditionalisten ad acta gelegt. Schöne Referenzmusik war das, was Ben Knox Miller und Jeff Prystowsky auf ihren bisherigen Alben entworfen hatten. Doch mit »Eyeland« scheint ein Kind erwachsen und selbstbewusst geworden zu sein. Schon ein Blick auf das Cover deutet an, dass hier mit bisherigen Konzepten gebrochen wird. Die Band dürfte sich ins Fäustchen gelacht haben, als sie vorab »The Pepsi Room« veröffentlichte – einen archetypischen Folk-Song, der genau das Gegenteil davon andeutet, was sich nun auf dem Album vollzieht: lange Instrumentalpassagen aus flirrenden Gitarrenwänden, Pianos, Trompeten und Störgeräuschen. Fast alles ist anders als zuletzt. Aber ist das zwangsläufig besser? Man kann dem Duo zugutehalten, dass »Eyeland« ein mehrdimensionales Hörerlebnis mit interessanten Sounds und einem hohen Maß an Abwechslung ist. An manchen Stellen übertreiben es die beiden aber: Stücke wie »Her Little Cosmos« oder »Ozzie« klingen, als hörte man der Band hinter einer Glaswand bei ihrem Spiel zu. Insgesamt markiert »Eyeland« aber trotzdem einen mutigen Schritt. Bei der nächsten Platte greifen die Experimente dann vielleicht noch besser ineinander.

The Low Anthem

eyeland

Release: 17.06.2016

℗ Washington Square Music. Marketed by Washington Square Music. Distributed by Concord Music Group, Inc.

The Low Anthem »Eyeland« (Razor & Tie / Washington Square / Rough Trade / VÖ 17.06.16)